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	<title>Traumjob-Experiment Archive - Jannike Stöhr</title>
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	<title>Traumjob-Experiment Archive - Jannike Stöhr</title>
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		<title>Das Zukunftsrad: Szenarien deiner beruflichen Zukunft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jannike Stoehr]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2020 09:27:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Podcast "Kopf • Herz • Erfolg"]]></category>
		<category><![CDATA[Traumjob-Experiment]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der aktuellen Podcastfolge dreht sich alles um die Methode &#8222;Zukunftsrad&#8220;. Wenn du wissen möchtest, wie du ganz leicht verschiedene Alternativen für deine berufliche Zukunft entwickeln kannst, dann hör doch mal rein. In dieser Folge erfährst du: &#8211; wie du freier in deinen Überlegungen wirst und &#8211; wie man von dem Gedanken an eine Kündigung [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://jannikestoehr.com/das-zukunftsrad-szenarien-deiner-beruflichen-zukunft/">Das Zukunftsrad: Szenarien deiner beruflichen Zukunft</a> erschien zuerst auf <a href="https://jannikestoehr.com">Jannike Stöhr</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der aktuellen Podcastfolge dreht sich alles um die Methode &#8222;Zukunftsrad&#8220;. Wenn du wissen möchtest, wie du ganz leicht verschiedene Alternativen für deine berufliche Zukunft entwickeln kannst, dann hör doch mal rein.<br />
In dieser Folge erfährst du:<br />
&#8211; wie du freier in deinen Überlegungen wirst und<br />
&#8211; wie man von dem Gedanken an eine Kündigung beim Gedanken landet, einen Garten anzulegen, 5 Jahre später Selbstversorger und weitere 5 Jahre später Profi-Koch zu werden.<br />
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Wie könnte deine berufliche Zukunft aussehen? Aileen von den Zukunftsbauern und ich stellen dir heute das Zukunftsrad vor. Das Zukunftsrad ist eine eine Methode, die du nutzen kannst, um ein Bild deiner beruflichen Zukunft zu entwickeln, Alternativen zu erkunden und neue Perspektiven ein zu nehmen.<br />
Die Methode hilft dir dabei, sowohl die möglichen positiven als auch die negativen Folgen einer Entscheidung einmal durchzuspielen und nicht in das Extrem der Euphorie oder der Angst zu verfallen. Das Zukunftsrad funktioniert im Prinzip wie eine <a href="https://t3n.de/news/mind-mapping-online-tools-568258/">Mindmap</a>. Im ersten Ring um das Thema schreibt man die unmittelbaren Konsequenzen auf, im zweiten Ring mögliche Konsequenzen in 5 Jahren und im dritten Ring mögliche Folgen in 10 Jahren. So lassen sich ziemlich einfach neue Szenarien entwickeln.<br />
Wir spielen die Methode heute für die VW-Jannike von vor 7 Jahren durch. Damals stand ich vor der Entscheidung, ob ich meinen Job kündigen und Journalistin werden sollte. Oder Tischlerin. Oder Politikerin. Oder Trödelhändlerin.:-)<br />
Mir hat die Methode noch einmal deutlich gemacht, dass wir unsere Entscheidungen leicht auf der Basis von einem Bild treffen, das nicht zwangsläufig der Vollständigkeit entspricht. Für meinen Wunsch Journalistin zu werden habe ich nur nur die Option gesehen, an eine Journalistenschule zu gehen. Dass ich ein berufsbegleitendes Studium machen könnte, Quereinsteiger werden oder mir über einen Blog meine eigene Expertise aufbauen könnte, an diese Optionen habe ich überhaupt nicht gedacht.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://jannikestoehr.com/das-zukunftsrad-szenarien-deiner-beruflichen-zukunft/">Das Zukunftsrad: Szenarien deiner beruflichen Zukunft</a> erschien zuerst auf <a href="https://jannikestoehr.com">Jannike Stöhr</a>.</p>
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		<title>Umsteigen? Jannike gibt Antworten auf eure Fragen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jannike Stoehr]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2020 11:03:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Podcast "Kopf • Herz • Erfolg"]]></category>
		<category><![CDATA[Traumjob-Experiment]]></category>
		<category><![CDATA[berufliche Neuorientierung]]></category>
		<category><![CDATA[Umsteigen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie Umsteigen? Heute beantwortet Jannike eure Fragen zum Thema Umsteigen. Es wird also sehr praktisch. Du lernst in dieser Folge unter anderem: * Wie du eine Arbeit findest, die dich erfüllt&#8230; * Wie du deine Stärken findest&#8230; * Welche Schritte für einen nachhaltigen Job-Umstieg notwendig sind&#8230; Über Jannike Stöhr: Testete 30 Jobs in einem Jahr, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://jannikestoehr.com/umsteigen-jannike-gibt-antworten-auf-eure-fragen/">Umsteigen? Jannike gibt Antworten auf eure Fragen</a> erschien zuerst auf <a href="https://jannikestoehr.com">Jannike Stöhr</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie Umsteigen? Heute beantwortet<a href="https://jannikestoehr.com/ueber-jannike-stoehr/"> Jannike</a> eure Fragen zum Thema Umsteigen. Es wird also sehr praktisch.</p>
<div>Du lernst in dieser Folge unter anderem:</div>
<div>* Wie du eine Arbeit findest, die dich erfüllt&#8230;</div>
<div>* Wie du deine Stärken findest&#8230;</div>
<div>* Welche Schritte für einen nachhaltigen Job-Umstieg notwendig sind&#8230;</div>
<div></div>
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<div></div>
<div><span style="font-size: 0.9rem;">Über Jannike Stöhr:</span></div>
<div>
Testete 30 Jobs in einem Jahr, um ihre <a href="https://karrierebibel.de/berufung/">Berufung</a> zu finden. Arbeitete zuvor bei Volkswagen als Personalerin und stieg aufgrund einer persönlichen Krise aus. Sie arbeitet seit 2016 im Portfolio und hat mehrere Jobs, u. a. als Job-Coach.<br />
Wenn du herausfinden möchtest, wie du leben und arbeiten möchtest, dann melde dich gern für ihren kostenlosen <a href="https://jannikestoehr.com/e-mail-kurs/">E-Mail-Kurs</a> an oder trage dich unverbindlich in die Warteliste für den <a href="https://jannikestoehr.com/warteliste/">Online-Kurs &#8222;Rein in den richtigen Job&#8220;</a> ein.
</div>
<div></div>
<div></div>
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		<item>
		<title>Berufliche Neuorientierung &#8211; Neustart in jedem Alter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jannike Stoehr]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jun 2020 15:21:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Traumjob-Experiment]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Berufliche Neuorientierung: in jedem Alter neu starten „Du bist ja auch noch jung gewesen, als du deinen Traumjob gesucht hast“, sagen mir Menschen in ihren Dreißigern, Vierzigern oder Fünfzigern, wenn ich mit ihnen über die berufliche Neuorientierung spreche. Jeder von ihnen empfindet sich als zu alt, als dass er noch einmal einen Jobwechsel wagen könnte.  [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://jannikestoehr.com/berufliche-neuorientierung-in-jedem-alter/">Berufliche Neuorientierung &#8211; Neustart in jedem Alter</a> erschien zuerst auf <a href="https://jannikestoehr.com">Jannike Stöhr</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1>Berufliche Neuorientierung: in jedem Alter neu starten</h1>
<p>„Du bist ja auch noch jung gewesen, als du deinen Traumjob gesucht hast“, sagen mir Menschen in ihren Dreißigern, Vierzigern oder Fünfzigern, wenn ich mit ihnen über die berufliche Neuorientierung spreche. Jeder von ihnen empfindet sich als zu alt, als dass er noch einmal einen Jobwechsel wagen könnte.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
In den Dreißigern sei Stabilität und Sicherheit für die Familienplanung wichtig. In den Vierzigern hätten wir Verpflichtungen, auch finanzieller Natur, die uns davon abhalten, noch einmal von vorne anfangen zu können. Und welcher Arbeitgeber würde schon einem fünfzigjährigen Berufseinsteiger eine Chance geben?<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Die Zwanziger scheinen also der Ideale Zeitpunkt für einen Umstieg zu sein. „Aber ich kann doch nicht jetzt schon alles über den Haufen werfen“, sagen mir Menschen in ihren Zwanzigern. „Ich muss nach meinem Studium jetzt erst einmal Berufserfahrung sammeln.“<br />
Gründe, die gegen eine berufliche Neuorientierung sprechen, scheint es viele zu geben. Die meisten Menschen bleiben daher in einem Job, in dem sie unzufrieden sind.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2>Welche Gründe für eine berufliche Neuorientierung in jedem Alter sprechen</h2>
<p>Es gibt aber triftige Gründe, die für eine berufliche Neuorientierung sprechen. Und zwar in jedem Alter.</p>
<h3></h3>
<h3>Die Zwanziger: Einstieg ins Berufsleben</h3>
<p>In den Zwanzigern, gerade mit der Ausbildung oder dem Studium fertig, liegt der Fokus darauf, den Berufseinstieg zu finden und erste, praktische Erfahrungen zu sammeln. Sich nach dem Büffeln und dem erreichten Abschluss noch einmal eine Zeit zur Orientierung zu nehmen, scheint für viele undenkbar. Sie haben sich ja bereits für eine Richtung entschieden und müssen erst einmal „etwas leisten“. Und mit Ende zwanzig noch nicht wissen, wo man im Leben hin will? Geht gar nicht!<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Klar, der Druck von außen ist hoch. Die Anforderungen, die man an sich selbst stellt auch. Aber wann ist man noch einmal so frei, wie in seinen Zwanzigern? Die meisten Menschen müssen in diesem Alter noch keinen Kredit abbezahlen oder eine Familie versorgen. Warum warten bis mit vierzig die Midlifecrisis kommt? Die Zwanziger sind ein wirklich guter Moment, um sich mit sich selbst, den eigenen Wünschen, Stärken und Werten auseinanderzusetzen und dann sein Leben daran auszurichten. Es wird nie wieder so einfach sein!</p>
<h3>Die Dreißiger: Familiengründung</h3>
<p>Wer darüber nachdenkt, eine Familie zu gründen, sollte nicht nur an finanzielle Sicherheit denken, sondern auch an seine Vorbildfunktion als Elternteil. Natürlich ist es wichtig, sich die Miete, Kleidung und gesunde Mahlzeiten leisten zu können. Aber was ist mit der Vorbildfunktion? Als Mutter oder Vater ist man ein Vorbild, ob man will oder nicht. Wünschen wir uns für unsere Kinder, dass sie in einem Job arbeiten, der ihnen zwar vermeintlich finanzielle Sicherheit verspricht, aber in dem sie unglücklich sind? Kinder sind feinfühlig. Sie bekommen mit, wie es ihren Eltern geht. Sollen sie ihre Eltern als unzufrieden wahrnehmen? Für das Wohl des Kindes zu sorgen, heißt auch für das eigene Wohl zu sorgen.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Glück im Job ist überflüssig, weil ich mein Glück in der Familie finden kann? Wer sein Glück in seinen Dreißigern ausschließlich in der Familie sucht, geht eine schwierige Wette ein. Es spricht nichts dagegen, sich für die Kindererziehung eine Auszeit zu nehmen. Allerdings identifizieren wir uns dann leicht nahezu ausschließlich als Mutter oder als Vater. Wer sein Glück nur in der Familie sucht, stellt unbewusst gewisse Erwartungen an die Beziehung mit dem Kind. Die Beziehung mit dem Kind wird so schnell zur einzigen Quelle des Glücks und bürdet dem Kind damit eine große Verantwortung auf. Sich selbst als Person nicht zu verlieren, ist wichtig, um ein guter Elternteil und ein guter Partner sein zu können.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Wer also vor der Familienplanung steht und über einen Jobwechsel nachdenkt, der tut gut daran, Nägel mit Köpfen zu machen. Mit Kindern einen Job zu finden, der uns glücklich macht, wird nicht einfacher.</p>
<h3>Die Vierziger: Finanzielle und andere Verpflichtungen</h3>
<p>In den Vierzigern hat man sich dann einen bestimmten Lebensstandard aufgebaut, vielleicht ein Haus oder eine Wohnung gekauft und eine Unzahl an Besitztümern angehäuft. Man trägt die Verantwortung für die Familie, zieht Kinder groß oder pflegt die Eltern. Da noch einmal von vorne anfangen? Ja!<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
In den Vierzigern hat man noch die Hälfte seines Berufslebens vor sich. Das sind achtzehn bis siebenundzwanzig Jahre. Kein guter Zeitpunkt, um die Flinte ins Korn zu schmeißen und zu resignieren. Denn wer will schon über so einen langen Zeitraum wirklich unglücklich im Job sein?<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Ist der Wunsch nach einer beruflichen Neuorientierung da, lohnt es, sich ehrlich folgende Fragen zu stellen: Was brauche ich wirklich zum Leben? Welcher Lebensstandard muss es sein? Worauf ließe sich verzichten? Wer muss mit einbezogen werden in die Entscheidung?<br />
In den Vierzigern heißt es im Zweifelsfall: Kreativ werden und für alle passende Lösungen erarbeiten. Berufliche Neuorientierung kann auch darin bestehen,<span style="font-size: 0.9rem;"> die wöchentliche Arbeitszeit erst einmal um einen Tag zu reduzieren, um den einen Tag für Herzensthemen zu nutzen.</span></p>
<h3>Die Fünfziger: Das Ende der Arbeitszeit</h3>
<p>Wer nimmt schon jemanden, der mit Fünfzig noch einmal neu angefangen hat und damit als Berufseinsteiger gilt? Das ist ein typischer Zweifel von Menschen in ihren Fünfzigern, der auch lange eine Berechtigung hatte. Doch der Arbeitsmarkt hat sich verändert. Der Mangel an guten Mitarbeitern und der Bedarf an kreativen Problemlösungen führt zu einem Umdenken in deutschen Unternehmen. Personaler fangen an, den geradlinigen Lebenslauf nicht mehr als das Non plus Ultra zu sehen und werden offener für Menschen, die sich umorientieren.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Und mal ehrlich: Jede Phase in unserem Berufsleben hat es verdient, ausgekostet zu werden. Irgendwann sind auch die Kinder aus dem Haus. Anstatt dann in ein tiefes Loch zu fallen, hilft eine erfüllende Arbeit freudig in einen neuen Lebensabschnitt zu starten.</p>
<h2>Berufliche Neuorientierung statt linearer Berufsweg</h2>
<h3>Was Quereinsteiger besser können als andere</h3>
<p>Quereinsteiger haben viele Qualitäten, denn Erfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen öffnen den Horizont. Steht man vor einer Problemstellung, kann man über den Tellerrand hinausschauen und kreativere Lösungen finden. Während in Kreativitätstechniken, wie Design Thinking, Menschen mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen in einem Team zusammenfinden, vereint ein Quereinsteiger berufliche Diversität in sich selbst.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Wer einen Quereinstieg wagt, verliert mit dem Umstieg nicht automatisch auch all sein Wissen und die Erfahrungen aus seinem Berufsleben davor. Wer sich darüber bewusst ist, was er kann und was er weiß, wird seine Fähigkeiten auch im nächsten Job gewinnbringend einsetzen können. Man kann also nicht nur das, was alle anderen im neuen Job auch können, sondern greift auf noch viel mehr zurück. Das Know-how, das Quereinsteiger nicht nur in Form von Wissen, sondern besonders in Form von Erfahrungen gesammelt haben, machen sich auch die Unternehmen aktiv zu Nutze. Und genau diese Unternehmen ermöglichen den Quereinstieg, weil sie die den Nutzen von diversen Erfahrungen zu schätzen wissen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h3>Viele Menschen sind anders zum Ziel gekommen, als man denkt</h3>
<p>Übrigens: Fragt man Menschen, wie sie in ihren Job gekommen sind, erfährt man, dass viele Menschen nicht auf dem Weg an ihr Ziel gelang sind, wie man vielleicht gedacht hat. Wie die gelernte Bürokauffrau Andrea zum Beispiel, die nach der Kindererziehung noch einmal Psychologie studiert hat und erst mit Mitte Vierzig als Psychologin durchgestartet ist. Oder Andreas, promovierter Politikwissenschaftler, der heute als Reiseleiter und Stadtführer arbeitet.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Für viele Jobs braucht es keine weitere Ausbildung oder Studium. Klar, wer Arzt oder Anwältin werden will, muss entsprechende Abschlüsse vorweisen. Wer Lust auf ein solches Studium hat und es sich leisten kann, sollte sich einschreiben und das Studentenleben noch einmal genießen.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Alle anderen müssen aber den Kopf nicht hängen lassen. Denn es gibt noch viel mehr Wege, die nach Rom oder eben in den richtigen Job führen können.<br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-2375 size-large" src="https://jannikestoehr.com/wp-content/uploads/2020/06/free-to-use-sounds-kOuCX7fh50U-unsplash-1024x684.jpg" alt="Berufliche Neuorientierung" width="1024" height="684" /></p>
<h2>Was du tun kannst, um einen Job zu finden, der dich erfüllt</h2>
<p>Weißt du bereits, in welchem Job du zukünftig arbeiten möchtest? Dann vernetze dich mit Menschen, die diesen Job bereits haben. Wenn es Möglichkeiten für einen Quereinstieg gibt, dann werden sie diese kennen. Ist es wie im Beispiel des Arztes oder der Anwältin nicht möglich, ohne Studienabschluss ans Ziel zu kommen, dann prüfe, was genau dich an dem Beruf reizt. Welche Tätigkeiten, welche Interessensfelder sind es, die dich am meisten reizen? Löst du einen Beruf gedanklich in seine einzelnen Tätigkeiten auf, dann kannst du erkennen, worum es dir bei deinem Wunsch wirklich geht. Überlege, in welchem alternativen Job du genau die Aspekte ebenfalls finden kannst, die dir wichtig sind. Geht es dir darum, Menschen zu helfen und medizinisch zu arbeiten, dann könnte auch der Job als Rettungssanitäter eine Option sein. Möchtest du Mathe-Lehrerin werden, aber kein Lehramtsstudium mehr absolvieren wollen, dann prüfe, welche alternativen Wege in<span class="Apple-converted-space">  </span>den Lehrer-Beruf in deinem Bundesland zugelassen sind. Als Berufsschullehrer greift man nicht selten auch auf seine alternative Berufslaufbahn zurück und kann sie gewinnbringend einsetzen. Über Organisationen, wie Teach First, lassen sich erste praktische Erfahrungen und Kontakte sammeln. Quereinsteiger werden auch hier immer willkommener. Oder wie wäre es mit einer Nachhilfe-Agentur? Die Arbeit in einem Schulbuch-Verlag? Oder in einem <a href="https://www.phantechnikum.de/de/schule-im-museum/mint.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">MINT-Museum</a>? Weißt du erst einmal, was genau dich an deinem Wunschjob reizt, lassen sich schnell andere Optionen finden, die nicht weniger erfüllend sein können.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2>Zeit für eine berufliche Neuorientierung ist jetzt!</h2>
<p>Also, Schluss mit den Ausreden, Zeit zum Handeln.<br />
Frage dich:</p>
<ul>
<li>Welcher Mensch möchtest du künftig sein?<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Welches Vorbild möchtest du für deine Kinder sein?</li>
<li>Wie viel Geld und welche materiellen Güter brauchst du wirklich um glücklich zu sein?</li>
<li>Wie viel ist dir ein Leben mit einem erfüllenden Job wert? Zu welchen Kompromissen bist du dafür bereit?<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Wer könnte dir als Vorbild dienen und dich in deinem neuen Vorhaben unterstützen?<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Wie möchtest du am Ende deines Lebens auf dich zurückblicken können?<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ul>
<p>Du hast mehr verdient, als unglücklich in deinem Job vor dich hin zu arbeiten. Du hast zu jedem Zeitpunkt in deinem Leben die Möglichkeit <a href="https://jannikestoehr.com/e-mail-kurs" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine neue Wahl</a> zu treffen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://jannikestoehr.com/berufliche-neuorientierung-in-jedem-alter/">Berufliche Neuorientierung &#8211; Neustart in jedem Alter</a> erschien zuerst auf <a href="https://jannikestoehr.com">Jannike Stöhr</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Glück: Was es ist und wie man es erreicht</title>
		<link>https://jannikestoehr.com/glueck-was-es-ist-und-wie-man-es-erreicht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jannike Stoehr]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Feb 2020 05:42:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Traumjob-Experiment]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Interview über das Glück mit Dr. Tal Ben-Shahar, Harvard &#8211; geführt von Emilio Galli-Zugaro und Jannike Stöhr. Aus dem Buch &#8222;Ich bin so frei&#8220;. 1970 in Israel geboren, hat Tal Ben-Shahar, der sein Psychologie-Studium bis zur Promotion in Harvard absolviert hat, mehrere weltweite Bestseller auf Basis seiner Forschung über das Glück geschrieben und das Fach [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://jannikestoehr.com/glueck-was-es-ist-und-wie-man-es-erreicht/">Glück: Was es ist und wie man es erreicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://jannikestoehr.com">Jannike Stöhr</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Interview über das Glück mit Dr. Tal Ben-Shahar, Harvard &#8211; geführt von <a href="https://www.orvieto-academy.com/portfolio_page/emilio-galli-zugaro/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Emilio Galli-Zugaro</a> und Jannike Stöhr. Aus dem Buch <a href="https://jannikestoehr.com/buecher/ich-bin-so-frei/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8222;Ich bin so frei&#8220;</a>.<br />
1970 in Israel geboren, hat <a href="https://www.talbenshahar.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tal Ben-Shahar</a>, der sein Psychologie-Studium bis zur Promotion in Harvard absolviert hat, mehrere weltweite Bestseller auf Basis seiner Forschung über das Glück geschrieben und das Fach in vollen Hörsälen in Harvard gelehrt. 2011 hat er mit Angus Ridgway Potentialife gegründet, ein Unternehmen, das Firmen in Fragen der Führung berät. Mit ihm reden wir über das Glück im Berufsleben.</p>
<h3><i>Was macht ein glückliches Berufsleben aus?</i></h3>
<p>Ein Leben, das voller Bedeutsamkeit und Sinn ist. Dinge zu tun, die einem auf zwei Ebenen wichtig sind. Erstens, zu versuchen, Bedeutung in der Arbeit zu finden, einen Unterschied in der Welt zu machen. Zweitens: Sinn in der Interaktion mit Kollegen in der täglichen Arbeit zu finden, in der täglichen Erfahrung, sich kompetent fühlen und Interesse haben an dem, was man tut.</p>
<h3><i>Kann man mit seiner Arbeit unglücklich und trotzdem glücklich mit seinem Leben sein?</i></h3>
<p>Das ist schwieriger. Aber es ist möglich, wenigstens zum Teil: Wir können die glücklichen Momente unseres Lebens in die weniger glücklichen „duchsickern“ lassen. Wenn wir ein oder zwei Stunden privaten Glücks am Tag haben, können wir generell glücklicher sein. Aktivitäten, die freudig und sinnvoll sind, können den Rest unseres Tages beeinflussen. Die Metapher, die ich gern verwende, ist, dass Unglück Dunkelheit ist. Schon eine kleine Kerze reicht aus, um<span class="Apple-converted-space">  </span>zumindest etwas Licht in den dunklen Raum zu bringen.</p>
<h3><i>Martin Seligman unterscheidet zwischen Jobs, die man macht, um zu überleben, einer Karriere, die man einschlägt, um einen bestimmten Job zu erreichen, und dem Job, den man auch machen würde, wenn man nicht bezahlt würde. Kann man in all diesen Kategorien glücklich sein?</i></h3>
<p>Es ist möglich, in den meisten Arbeitssituationen glücklich zu sein. Selbst in den alltäglichsten Tätigkeiten kann man eine Bedeutung finden, eine Freude, die zu Licht in der Dunkelheit führen kann.</p>
<h3><i>Welchen Anteil am Gesamtglück hat die Bedeutung von Glück im Arbeitsleben?</i></h3>
<p>Heute ist das Jobglück im Durchschnitt wichtiger als in der Vergangenheit. Menschen verleihen ihrem Arbeitsleben mehr Gewicht. Es geht nicht mehr nur darum, Geld zu verdienen. Die Menschen klettern in der Maslow-Pyramide höher, von den grundlegenderen Bedürfnissen des Überlebens hin zur Selbstverwirklichung. Bei der Arbeit geht es auch um Beziehungen, Selbstwertgefühl und Selbstverwirklichung. Sie ist daher ein zentralerer Teil des Glücks geworden. Aber natürlich gibt es Unterschiede, für manche ist die Arbeit wichtiger als für andere. Es hängt wirklich davon ab, wo sich Menschen auf der Maslow-Pyramide befinden. Für mich ist Arbeit ein zentraler Teil meines Glücks. Für einen engen Freund von mir ist sie wichtig, aber nicht zentral.</p>
<h3><i>Was halten Sie von dem Begriff &#8222;Work-Life-Balance&#8220;?</i></h3>
<p>Dieser Begriff spricht mich nicht an. Ein Freund von mir fragte mich, wie viele Stunden ich pro Tag arbeite. Ich kann es ehrlich nicht sagen. Was ist, wenn ich ins Kino gehe, um einen Film zu sehen? Ich könnte Ideen und Inspiration für meine Arbeit bekommen, wenn ich ihn mir ansehe. Die Unterscheidung zwischen Arbeit und Leben ist nicht wirklich notwendig. Eine hilfreichere Unterscheidung ist zwischen Arbeit und Ruhe und Erholung. Tony Schwartz schrieb ein Buch (&#8222;The Power of Full Engagement&#8220;), in dem er über die Bedeutung der Genesung spricht. Stress ist keine schlechte Sache, er kann gut für Sie sein. Aber Sie brauchen Zeit für die Erholung. Es ist wie beim Sport. Wenn Sie Sport treiben, ist das grundsätzlich gut für Ihre Muskeln. Aber Sie brauchen auch Ruhe. Und wir nehmen uns nicht genug Zeit für die Erholung. Dies kann eine kurze Pause sein, eine Tasse Kaffee, Freunde treffen, ins Fitnessstudio gehen. Oder es kann eine mittlere Pause sein, eine gute Nachtruhe, ein oder zwei freie Tage pro Woche. Oder es kann eine längere Erholung wie zum Beispiel ein Urlaub sein. Sie müssen die richtige Menge an Erholung für sich selbst finden.</p>
<h3><i>Wie ist die Beziehung zwischen Motivation und Glück?</i></h3>
<p>Motivation kann aus verschiedenen Quellen kommen. Sie kann intrinsisch oder extrinsisch sein, sie kann aus Angst oder Freude kommen. Intrinsische Motivation ist mit Glück verbunden. Manche nennen es Flow. Sie sind dann sehr engagiert. Dies ist die nachhaltigste Variante von Motivation und die dem Glück am nächsten kommende. Geld schafft keine loyale Beziehung zu einem Arbeitgeber. Angst auch nicht.</p>
<h3><i>Kann ich Glück halten, es nachhaltig machen?</i></h3>
<p>Machen Sie Ihr Glück abhängig von intrinsischer Motivation.</p>
<h3><i>Es gibt also etwas wie &#8222;nachhaltiges Glück&#8220;, das es einem ermöglicht, Tragödien, Misserfolge und Rückschläge zu bewältigen?</i></h3>
<p>Konstant Hochgefühle zu erleben, ist unmöglich. Jeder hat Schwierigkeiten und Tiefen. Negative Gefühle können Sie aus Ihrem Leben nicht ausschließen. Die Frage ist, wie Sie belastbar, resilient werden. Resilienz ist unser psychologisches Immunsystem, wenn Sie so wollen. Ein starkes Immunsystem bedeutet nicht, dass Sie nicht krank werden. Es bedeutet, dass Sie seltener krank werden, Sie sich schneller erholen und über einen längeren Zeitraum gesehen, weniger leiden.</p>
<h3><i>Würden Sie sagen, dass es kulturelle Unterschiede in der Einstellung zum Glück gibt?</i></h3>
<p>Ja und nein. Es gibt Unterschiede zwischen den Kulturen. Manche Kulturen sind offener gegenüber Gefühlen, andere weniger. Aber insgesamt sind die Ähnlichkeiten größer als die Unterschiede. Ein Deutscher ist einem Amerikaner oder Kenianer oder Australier oder Japaner viel ähnlicher, als dass er sich von ihnen unterscheidet.<br />
Über alle Kulturen hinweg können wir Gemeinsamkeiten beobachten: Wir alle suchen nach Sinn, wir suchen menschliche Bindungen, Beziehungen. Und wir streben nach Freude und versuchen schlechte Gefühle von uns fern zu halten.</p>
<h3><i>Was können wir von Bhutan, dem Land, das das Bruttonationalglück geschaffen hat, lernen?</i></h3>
<p>Das Bruttoinlandsprodukt zu messen und Noten in der Schule zu vergeben, ist wichtig, aber es ist nicht genug. Also sollten wir nicht aufhören den sogenannten harten Wirtschaftsfaktor zu messen, aber wir sollten unsere Neugier ausweiten. Es ist wichtig, auch das Glück zu messen. Glück und wirtschaftlicher Erfolg sollten beide auf nationaler und individueller Ebene gemessen werden. Wir müssen unser System nicht aufgeben. Aber wir sollten andere weiche Faktoren hinzufügen.</p>
<h3><i>Haben Menschen Anspruch auf Glück? Oder ist es nur ein Teil unserer westlichen Kultur?</i></h3>
<p>Gestern habe ich mit meiner Familie das Metropolitan Museum of Art besucht. Wir liefen durch die Säle zum antiken Ägypten. Als wir uns die Ausstellungsstücke ansahen, fiel uns auf, dass die meisten Dinge, die wir sahen, von einer Obsession mit dem Tod getrieben waren. Die Pyramiden wurden gebaut, um den Übergang der Pharaonen vom Leben zum Jenseits zu erleichtern. In Kunst und Literatur ging es darum, nicht zu sterben oder das ewige Leben zu genießen.<br />
Im heutigen Leben sind wir eher von dem Glück besessen und ich bin mir nicht sicher, ob das eine gute Sache ist. Dies liegt auch an den Definitionen von Glück, die fehlerhaft sind: Glück bedeutet nicht, ständig &#8222;Hochs&#8220; zu haben, nur Vergnügen zu genießen oder eine Leichtlebigkeit zu haben. Wahres Glück kann keine Obsession sein, es geht darum, nach Sinn und Bedeutung zu suchen, sich mit Menschen zu verbinden, zu wachsen und sich zu entwickeln, zu lernen, intellektuell mit Menschen und Natur zu interagieren. Glück erfordert eine ganzheitliche Sicht auf das Leben und die Menschlichkeit.</p>
<h3><i>Wie würden Sie Glück definieren, nachdem Sie mehr als ein Jahr damit verbracht haben, weiter zu diesem Thema zu forschen?</i></h3>
<p>Die Definition, die ich am nützlichsten fand, stützt sich auf die Worte von Helen Keller. Sie schrieb: &#8222;Für mich ist die einzige Definition von Glück Ganzheit.&#8220; Von Keller inspiriert, definiere ich Glück als &#8222;die Erfahrung des Wohlergehens des ganzen Menschen&#8220;. Um die Definition weiter zu verdichten, verbinde ich die beiden Begriffe wholeperson and wellbeing. Es geht um „die Erfahrung des ganzen Wesens“. Ich führe eine Definition nicht ein, um alle anderen existierenden Definitionen zu ersetzen. Ich habe weder das Verlangen noch die Notwendigkeit, mit denen, die das Glück anders definieren, in Streit zu geraten. Nach meiner Auffassung besteht der Zweck einer Definition darin, das Konzept so zu operationalisieren, dass es für ein volles und erfülltes Leben genutzt werden kann. Über diese Definition hinaus besteht die Notwendigkeit, den Begriff des ganzen Wesens weiter aufzuschlüsseln, indem das Wohlergehen von Individuen, Gruppen und Gesellschaft über die fünf Elemente betrachtet wird, die zusammen die ganze Person ausmachen. Diese fünf Elemente sind: Spirituelles Wohlbefinden, körperliches Wohlbefinden, intellektuelles Wohlbefinden, Wohlbefinden in den Beziehungen und schließlich emotionales Wohlbefinden. Noch einmal, dies sind keine universellen und absoluten Wahrheiten, die ich oder jemand anderes durch eine göttliche Offenbarung erhalten haben. Vielmehr erweisen sich die fünf Elemente als nützliche und pragmatische Konstrukte. Zusammen bilden diese Elemente das Akronym SPIRE <i>(Anm. d. Aut.: Spiritual, Physical, Intellectual, Relational, Emotional; Spire bedeutet auf englisch: Spitze, Kirchturm).</i></p>
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		<title>Welche Fragen du dir bei der beruflichen Neuorientierung stellen solltest</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jannike Stoehr]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Dec 2019 10:12:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Traumjob-Experiment]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Du bist unzufrieden im Job. Seit Jahren schon. Aber ändern tust du nichts. Du und dein Umfeld redet dir immer wieder ein, dass es so schlimm ja auch wieder nicht ist. Dass die Arbeitswelt eben so ist. Dass Arbeit Arbeit ist und Glück und Zufriedenheit Privatsache. Dann zweifelst du wieder, denkst über eine berufliche Neuorientierung [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Du bist unzufrieden im Job. Seit Jahren schon. Aber ändern tust du nichts. Du und dein Umfeld redet dir immer wieder ein, dass es so schlimm ja auch wieder nicht ist. Dass die Arbeitswelt eben so ist. Dass Arbeit Arbeit ist und Glück und Zufriedenheit Privatsache. Dann zweifelst du wieder, denkst über eine berufliche Neuorientierung nach, durchstöberst Jobbörsen, zweifelst noch mehr, um dann wieder in deinen Alltag zurückzukehren und das unangenehme Gefühl weiter zu ignorieren.<br />
Das war ich &#8211; vor ein paar Jahren. Ich hatte einen sehr guten Job, Karriereaussichten, war finanziell abgesichert und materiell gut ausgestattet. Zufrieden war ich trotzdem nicht. Über Jahre begleitete mich das Gefühl, Fehl am Platz zu sein oder andersherum &#8211; dass mir etwas fehlt. Was es war und wo mein Platz sein könnte, wusste ich allerdings nicht.</p>
<h2>Wie finde ich einen Job, der zu mir passt?</h2>
<p>Ich begann mir viele Fragen zu stellen. Ist Glück wirklich Privatsache? Und wie könnte ich es finden? Fehlte mir einfach die Fähigkeit, dankbar zu sein? Ich probierte es aus: Folgte dem Rat aus Ratgeber-Büchern, verzichtete auf Konsum, führte ein Dankbarkeitstagebuch, legte einen Garten an, nahm Ehrenämter an und trank grüne Smoothies. Nichts half. Mein schlechtes Gefühl blieb.<br />
Ich stellte mir weitere Fragen: Wie könnte mein Leben noch aussehen? Welcher Job könnte mich erfüllen? Konnte ich mir eine Neuorientierung leisten? Und wie gehe ich ihn an?<br />
Seitdem sind sechs Jahre vergangen. Sechs Jahre, in denen ich Antworten auf die Fragen suchte und fand. In denen ich meinen Platz im Leben fand und damit einhergehend auch Zufriedenheit und Erfüllung wieder in mein Leben kamen.<br />
[et_bloom_inline optin_id=&#8220;optin_8&#8243;]</p>
<h2>Fragen, die ich mir hätte stellen sollen</h2>
<p>Während dieser Zeit habe ich viele Menschen getroffen, die auf einer ähnlichen Suche waren, wie ich. Manche hatten ihr Ziel schon erreicht, andere waren noch auf dem Weg. Im Austausch mit ihnen ist mir aufgefallen, dass zwei wichtige Fragen auf meiner Liste vor sechs Jahren fehlten: Was ist mir wichtig? Und: Wie will ich eigentlich arbeiten?<br />
Wenn wir keine Klarheit darüber haben, <a href="https://jannikestoehr.com/frei-sein/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">was uns wirklich wichtig ist</a>, woran sollen wir uns dann orientieren? In Entscheidungssituationen lassen wir uns ohne diese Klarheit leicht von Optionen verführen, die uns Sicherheit, eine schnelle Lösung oder Anerkennung versprechen. Und wir hoffen, dass diese Entscheidungen uns glücklich machen. So hatte ich mir mein Leben aufgebaut, das mir keine Zufriedenheit brachte. Auf meinem beruflichen Weg entschied ich mich unbewusst immer wieder für Erfolg, Sicherheit und Anerkennung &#8211; Werte, die nicht meine waren und denen ich heute nicht mehr folge.<br />
Auch die Frage „Wie will ich eigentlich arbeiten?“ hatte ich unterschätzt. Nachdem ich meine Werte gefunden hatte, war klar, dass sie Einfluss auf die Art haben werden, wie ich arbeite. Freiheit stand ganz oben auf meiner Liste. In einem Konzernjob konnte ich diesen Wert nicht leben. Und was ist eigentlich mit dem Arbeitsklima, den Kollegen und dem Chef?<br />
Der häufigste Kündigungsgrund in Deutschland ist tatsächlich der Chef und nicht die Tatsache, im falschen Job zu sein. Was hilft es mir also, wenn ich meinen Traumjob zwar gefunden habe, aber einen Chef dazu bekomme, der mir jeden Tag die Hölle heiß macht?<br />
Bei der beruflichen Neuorientierung geht es also nicht nur um die Frage „In welchem Job möchte ich arbeiten?“, sondern noch um viel mehr.<br />
Hast du dir schon einmal die Fragen gestellt, was dir wichtig ist und wie du arbeiten möchtest?</p>
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		<title>&#8222;Karriere machen&#8220; bedeutet zu wissen, warum man jeden Morgen aufsteht </title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jannike Stoehr]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Dec 2019 07:54:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Traumjob-Experiment]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als ich als Auszubildende in die Arbeitswelt einstieg, war ich überzeugt davon Karriere zu machen. Mein erster Vorgesetzter gab mir am Ende meiner Zeit in seiner Abteilung vermeintlich motivierende Worte mit auf den Weg: „Sie werden es noch zu etwas bringen und einmal das Vorzimmer eines Vorstandes leiten.“ Hatte er wirklich gesagt, das Vorzimmer leiten? [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich als Auszubildende in die Arbeitswelt einstieg, war ich überzeugt davon Karriere zu machen. Mein erster Vorgesetzter gab mir am Ende meiner Zeit in seiner Abteilung vermeintlich motivierende Worte mit auf den Weg: „Sie werden es noch zu etwas bringen und einmal das Vorzimmer eines Vorstandes leiten.“ Hatte er wirklich gesagt, das Vorzimmer leiten? Meine Vorstellung sah anders aus: Ich würde selbst Chefin werden, ein Team leiten und richtig gutes Geld verdienen.<br />
Als eine der besten schloss ich die Ausbildung ab, studierte berufsbegleitend und war schon bald Teilnehmerin eines <a href="https://www.volkswagenag.com/de/career.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Förderprogramms</a>. Ich musste nicht wie die meisten meiner Klassenkameraden nach der Ausbildung in die Produktion gehen, sondern bekam gleich eine Stelle in meinem Wunschbereich. Als ich mich dort bewiesen hatte, wechselte ich ins Ausland. Eineinhalb Jahre lebte ich in Peking und verantwortete strategische Personalprojekte. Wieder zurück in Deutschland landete ich auf einem angesehenen Posten. Mein Plan Karriere zu machen nahm Formen an.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2>Eine Krise ließ mich beim &#8222;Karriere machen&#8220; innehalten</h2>
<p>Bis mir eines Tages eine <a href="https://jannikestoehr.com/on-the-road-ein-zwischenfazit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">persönliche Krise</a> den Boden unter den Füßen wegzog und meine Fragestellung in Hinblick auf die Karriere veränderte. Anstatt zu fragen, was der nächstbeste Schritt für meine Karriere sein könnte, fragte ich mich nun, wie ich mein Leben im Rückblick gelebt haben will, wenn ich eines Tages auf dem Sterbebett liegen würde. Wollte ich viel gearbeitet haben? Oder viel Geld verdient haben? Wollte ich immer auf den nächsten Schritt, die nächste Beförderung, die nächste Gehaltsstufe gewartet haben?<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Nein, das wollte ich nicht. Nur was sollte ich stattdessen machen? Ich hatte hunderte Ideen. Leider fielen mir tausende Gründe ein, warum jede einzelne nicht ernsthaft taugte. Ich machte ein Experiment und begleitete Menschen, die ihrer Arbeit leidenschaftlich nachgingen. Was machten sie anders? Und was trieb sie an? Was bedeutete für sie Karriere?<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
[et_bloom_inline optin_id=&#8220;optin_8&#8243;]</p>
<h2>Dreißig Menschen erzählten mir von ihrer Karriere</h2>
<p>Ich erhielt Einblicke in dreißig verschiedene Jobs und dreißig verschiedene Lebenswege. Was sie gemeinsam hatten, war Kenntnis über die eigenen Stärken und Interessen. Die leidenschaftlichen Menschen wussten, was ihnen wichtig war und wofür sie jeden morgen aufstehen wollten. Ich bewunderte diese Menschen. So wollte ich mein Leben auch gelebt haben.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Von diesem Punkt an fokussierte ich mich auf das, was mir Freude bereitete. Auf das, was mir lag und das, was mir wichtig war. Meine berufliche Laufbahn führte plötzlich in eine andere Richtung. Heute, vierzehn Jahre später, stehe ich an einer ganz anderen Stelle, als ich mir in meiner Ausbildungszeit erträumt hatte. Mit meinem damaligen Verständnis von Karriere kann ich mittlerweile nur noch wenig anfangen. Ich bin meine eigene Chefin anstatt die einer Abteilung. Das Geld, das ich verdiene ist gut. Insbesondere, weil ich weiß, wofür ich mich jeden Tag einsetze. Ich durfte Seiten an mir kennenlernen, die ich mir früher nicht hätte erträumen können. Während ich in Schulzeiten noch stotterte, halte ich nun Vorträge vor über tausend Menschen. Während ich als Jugendliche davon träumte, zu schreiben, mich aber nie traute mich an einer Journalistenschule zu bewerben, betreibe ich heute meinen eigenen Blog und habe zwei Bücher veröffentlicht.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Karriere gemacht zu haben, bedeutet für mich heute, jeden morgen aufzustehen und zu wissen, wofür ich aufstehe. Nicht mehr zu warten, sondern jetzt in diesem Moment das zu tun, was mir Sinn stiftet und mich zufrieden macht.<br />
Was bedeutet &#8222;Karriere machen&#8220; für dich?[/et_pb_text][/et_pb_column]<br />
[/et_pb_row]<br />
[/et_pb_section]</p>
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		<title>Trendforscherin &#8211; Zukunftsjob 12</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jannike Stoehr]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Dec 2019 08:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Jobs der Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Traumjob-Experiment]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie fühlt es sich eigentlich an, Jobs zu testen? Ich stelle mich dieser Frage und gehe sogar noch einen Schritt weiter: Ich teste den Job als Job-Testerin, die den Job als Trendforscher testet. Mein Name ist Melina und ich mache derzeit ein Praktikum bei Jannike. Seit meinem Abitur 2015 beschäftigen mich die Themen Berufsorientierung, Selbstfindung [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://jannikestoehr.com/trendforscher-job-12/">Trendforscherin &#8211; Zukunftsjob 12</a> erschien zuerst auf <a href="https://jannikestoehr.com">Jannike Stöhr</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-weight: 400;">Wie fühlt es sich eigentlich an, Jobs zu testen? Ich stelle mich dieser Frage und gehe sogar noch einen Schritt weiter: Ich teste den Job als <a href="https://jannikestoehr.com/zukunft-der-arbeit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Job-Testerin</a>, die den Job als Trendforscher testet.</span><br />
<span style="font-weight: 400;">Mein Name ist Melina und ich mache derzeit ein Praktikum bei Jannike. Seit meinem Abitur 2015 beschäftigen mich die Themen Berufsorientierung, Selbstfindung und Glücklichsein stetig mehr. Im Februar habe ich meine Ausbildung als Gestalterin für visuelles Marketing erfolgreich beendet. Ob ich voll in dem Job arbeiten wollte, wusste ich allerdings nicht. Ich hatte viele Ideen, was ich beruflich machen könnte. Der Zufall führte mich zu Jannike. In einem Podcast hörte ich Jannikes Geschichte. Sie faszinierte mich so, dass ich ein paar Minuten später bereits auf den Sende-Button meines Facebook-Messengers drückte und meine Initiativbewerbung sich auf den Weg zu Jannike machte. Nach meinem Berufsabschluss war ich entschlossen, etwas Neues zu wagen und mich in ein Abenteuer zu stürzen, von dem ich nicht wusste, was dabei herauskommen wird. Jetzt war es soweit. Nach einem Videoanruf und einem persönlichen Treffen mit Jannike wickelten wir alles in trockene Tücher. Seit September bin ich nun offiziell als Jannikes Assistentin tätig. Wie schön, dass zu meinen Aufgaben auch das Job-Testen gehört. </span></p>
<h2><b>Rein ins “Trendforschungs-Labor”!</b></h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Wir betreten ein großes Gelände voller Backsteinhäuser. Vor rund 120 Jahren wurde hier einmal ein Gaswerk betrieben. Heute befinden sich in den Gebäuden Büros, Geschäfte, Hotels und Eigentumswohnungen. Es ist 10 Uhr, als wir an der Tür von <a href="https://www.trendone.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">TRENDONE</a> in Hamburg klingeln. TRENDONE ist eine Innovationsberatung, die 2002 von Nils Müller gegründet wurde und branchenübergreifend nach Signalen dafür sucht, wie die Welt von morgen aussehen könnte. Jannike und ich sind hier, um den Job als Trendforscherin zu testen. &#8222;Warum ist das ein Job der Zukunft?&#8220;, frage ich Jannike. Ich erfahre, dass unsere Welt zunehmend VUCA (volatil, unsicher, komplex, mehrdeutig) wird und wir Menschen brauchen, die sich dieser Komplexität annehmen und als Innovationsmanagerinnen, Coaches, Journalistinnen oder eben Trendforscher agieren, um ein wenig Überblick ins Chaos zu bringen.</span><br />
<img decoding="async" class="alignnone wp-image-1620 size-large" src="https://jannikestoehr.com/wp-content/uploads/2019/11/IMG_20190911_121553-1024x768.jpg" alt="Trendforscher" width="1024" height="768" srcset="https://jannikestoehr.com/wp-content/uploads/2019/11/IMG_20190911_121553-1024x768.jpg 1024w, https://jannikestoehr.com/wp-content/uploads/2019/11/IMG_20190911_121553-300x225.jpg 300w, https://jannikestoehr.com/wp-content/uploads/2019/11/IMG_20190911_121553-768x576.jpg 768w, https://jannikestoehr.com/wp-content/uploads/2019/11/IMG_20190911_121553-1536x1152.jpg 1536w, https://jannikestoehr.com/wp-content/uploads/2019/11/IMG_20190911_121553-2048x1536.jpg 2048w, https://jannikestoehr.com/wp-content/uploads/2019/11/IMG_20190911_121553-scaled.jpg 1600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><br />
<span style="font-weight: 400;">Wir werden von Johanna, unserer Ansprechpartnerin in den nächsten Tagen und Trend Analystin bei TRENDONE, herzlich begrüßt. Sie führt uns durch stylische Büro- und Meetingräume mit höhenverstellbaren Tischen, vorbei an einer Couch vor einer Zitate-Wand, vorbei an winkenden Kollegen. Die Führung endet in einem Meetingraum hinter der Küche. “Bereit etwas über TRENDONE zu erfahren?”, fragt uns Johanna. Wir sind bereit. Johanna erzählt uns, wie Trends entstehen, was TRENDONE macht und wer im Team welche Aufgaben hat. Von Technik-, über Gesellschafts- bis hin zu Gesundheitstrends &#8211; TRENDONE setzt sich intensiv mit weltweiten Innovationen und aufkommenden Trends auseinander. „Trends“ sind eben nicht nur in der Mode- und Konsumwelt anzutreffen. Die Trendforschung beschreibt Veränderungen und Strömungen in allen Bereichen der Gesellschaft. Ganz schön umfangreich, denke ich. Der Kaffee entfaltet seine erste Wirkung. Das hilft. </span><br />
<span style="font-weight: 400;">Svea, Innovation Advisor im Consulting, kommt dazu und wird uns gleich unsere erste Aufgabe geben. Dazu müssen wir verstehen, wie sich Micro- zu Macro-Trends entwickeln. Svea beschreibt es so: Ein Micro-Trend ist eine kleine, ganz konkrete Innovation, wie ein kleiner Tropfen. Wenn mehrere Tropfen der gleichen Trendströmung aufeinander treffen, entsteht ein Fluss. Den Fluss kann man als Macro-Trend bezeichnen. Folgt man diesem Bild, stellt ein Mega-Trend das Meer dar, in das der Fluss oder auch mehrere Flüsse münden. Ein Mega-Trend ist global und betrifft alle Lebensbereiche der Menschen. </span></p>
<h2><b>Die erste Trendrecherche: Science Fiction oder Realität?</b></h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Für uns heißt es nun, Trendrecherche für einen Kunden zu betreiben. Der Kunde möchte innovative Produktideen generieren. Dazu hat TRENDONE mit den Produktmanagern aus dem Unternehmen einen Workshop geplant. Mit Hilfe der internen Micro-Trend-Datenbank sollen wir zu den Themen Kosmetik, Ernährung, Baby, Haushalt, Gesundheit und Shop-Innovationen neue Trends heraussuchen. Diese sollen den jeweiligen Produktmanagern vorgestellt werden, sie über aktuelle Entwicklungen aufklären und zu eigenen Produktinnovationen inspirieren. Wir klicken uns durch die Datenbank. Mir raucht der Schädel. </span><br />
<span style="font-weight: 400;">&#8222;Habt ihr Lust, essen zu gehen?&#8220;, fragt Johanna. Zu dieser Pause sage ich nicht nein. Jannike auch nicht. Vier weitere Kollegen schließen sich uns an. Auf dem Weg unterhalte ich mich mit Andreas, ebenfalls Trend Analyst bei TRENDONE. Er erzählt mir von seinen zwei Jobs, die er hat. “Ich arbeite nur zwei Tage bei TRENDONE. Die anderen drei Tage arbeite ich als Redakteur bei Spiegel Online”, sagt Andreas. “Mein Interesse an Trendforschung begleitet mich schon seit Anfang meiner Redakteurskarriere. Der Job bei TRENDONE ist für mich also die perfekte Ergänzung zu meinem Job als Redakteur.” Ich bin begeistert von der Idee, zwei Jobs zu haben. Ich könnte mir auch sehr gut vorstellen, als Gestalterin und trotzdem weiterhin bei Jannike zu arbeiten. </span><span style="font-weight: 400;">Ich stelle außerdem immer wieder fest, dass man als Quereinsteiger und mit dem nötigen Interesse alles werden kann, wenn man nur fragt. </span><br />
<span style="font-weight: 400;">Mit vollem Magen und einer weiteren Tasse Kaffee vor mir geht es nach der Mittagspause weiter mit unserer Recherche. Johanna hat uns freie Wahl gelassen, wo wir arbeiten möchten. Ob am höhenverstellbaren Schreibtisch, in der Küche oder im Meetingraum: bei TRENDONE hat keiner einen festen Arbeitsplatz. Jeder sucht sich seinen Platz, je nach Lust und Arbeitsaufgaben. Jannike und ich entscheiden uns für die Küche. Ich mag diese lockere Art und Weise einer Innovationsberatung.</span></p>
<h3>Instore-Shopping-Erlebnisse mit Virtual Reality und Augmented Reality</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Recherche ist simpel und läuft wie folgt: Ich gebe in der Base, der Datenbank von TRENDONE, Suchbegriffe ein, zum Beispiel “Shop Innovation”, klicke auf Enter und die Base spuckt mir zugehörige Micro-Trends aus. Wir müssen nur noch entscheiden, ob die Entwicklungen und Innovationen relevant für den Kunden sind. Die Micro-Trends, die wir als passend empfinden, legen wir in einem Projektordner ab, aus dem heraus Svea sie dann für den Kunden aufbereitet. In-Store-Shopping-Erlebnisse mit Virtual und Augmented Reality (VR/AR) und ein spezieller Spiegel, in dem man sich geschminkt oder gleich mit dem passenden Outfit sieht, überraschen mich am meisten. Vieles von dem, was ich in der Datenbank finde, habe ich zuvor noch für Science Fiction gehalten. Ich komme mir vor wie eine Hinterwäldlerin. Vielleicht sollte ich mir doch mal Onlinebanking zulegen. Verrücktes 21. Jahrhundert. </span><br />
<span style="font-weight: 400;">Am späten Nachmittag kommt Johanna vorbei und schaut uns über die Schultern. Sie ist zufrieden und entlässt uns in unseren Feierabend. Jannike fährt zu ihrem Bruder in den Norden und ich zu dem Bruder von meinem Stiefvater in den Osten von Hamburg. Mein Kopf raucht von den vielen neuen Eindrücken und ich bin froh, den Feierabend offline zu verbringen. Noch nicht einmal zum Kickern auf der Reeperbahn lasse ich mich überreden, obwohl ich da normalerweise nie Nein zu gesagt hätte. In eine neue Welt abzutauchen, kostet unheimlich viel Energie. Das ist mein erstes Fazit aus den ersten Wochen als Jobtesterin und Assistentin.</span></p>
<h2><b>Ist das ein Micro-Trend oder kann das weg?</b></h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Am nächsten Tag wartet Johanna bereits mit der nächsten Aufgabe auf uns. Diesmal sollen wir Micro-Trends “scouten”, also identifizieren, die noch nicht in der Datenbank vorhanden sind. Das machen sonst die Trend-Redakteure und -Analysten. Sie werden dabei von achtzig internationalen Trendscouts unterstützt, die nach Neuerungen in den Bereichen Marketing, Lifestyle, Medien und Technologie suchen. Bevor wir beginnen, zeigt uns Johanna, wie man bei einer Trendrecherche vorgeht. “Scouting hat viel mit Erfahrung zu tun und damit, sich die richtigen Fragen zu stellen. Habe ich ähnliche Innovationen in letzter Zeit schon gesehen? Was unterscheidet diese Technologie von ihren Vorgängern? Bei TRENDONE verfolgen wir da einen ziemlich pragmatischen Ansatz: Ein Micro-Trend ist nur, was schon Marktreife hat oder kurz davor steht”, sagt Johanna. Sie schickt uns eine Tabelle mit verschiedenen Quellen, die uns die Suche erleichtern werden. Die meisten Artikel sind auf Englisch. Englisch sollte man als Trendforscher also definitiv beherrschen.</span><br />
<span style="font-weight: 400;">Ich weiß nicht so recht, wie ich anfangen soll: Sollte ich mir erst einen Überblick verschaffen oder einfach drauf los suchen? Wie tief muss ich mich in die Materie hineinarbeiten? &#8222;Das war auch mein Fehler am Anfang”, sagt Johanna und nimmt mir die Angst. ”Ich wollte alles bis ins kleinste Detail verstehen. Im Endeffekt ist aber am wichtigsten, das Innovationspotenzial zu erkennen.&#8220; Ich arbeite mich durch Artikel, Studien und Forschungsergebnisse und bin frustriert. Entweder sind die Artikel nicht aktuell oder sie sind bereits in der internen Datenbank zu finden. Meine Lust, diese Aufgabe weiter zu machen, sinkt. “Ich glaube, ich mache lieber mit der Aufgabe von gestern weiter”, sage ich zu Jannike. Mein nicht vorhandenes Fachwissen zieht mich echt runter. „Genau das ist das Spannende am Jobtesting”, antwortet mir Jannike. ”Irgendwann kommt dieser Punkt, an dem du denkst, dass alles zu viel ist und du einfach überfordert bist. Aber wenn du dich dann durchbeißt, dann meisterst du die Überforderung und hast die Chance, den Job wirklich zu verstehen. Für mich ist das immer das tollste Gefühl.”</span></p>
<h3>Durchbeißen lohnt sich</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Ich beiße also die Zähne zusammen und recherchiere weiter. Und Jannike hat Recht. Kurze Zeit später finde ich einen Artikel, der auf einem vorhandenen Artikel in der Datenbank aufbaut: Die Technologie wurde weiterentwickelt. Ein Team des CSAIL am Massachusetts Institute of Technology hat sein Verfahren „ColorMod“ zu licht-aktiver Tinte erweitert. Das neue Projekt „PhotoChromeleon“ kann die Farbe von Alltagsgegenständen, wie zum Beispiel Schuhen, Handyhüllen und Dekoration, ändern. Möglich macht dies eine speziell entwickelte fotochrome Lösung, die auf die Objekte aufgetragen wird. Fotochrom bedeutet, dass die Lösung ihre Farbe verändert, sobald sie  UV-Licht ausgesetzt wird. Wenn der Nutzer mit dem Design nicht zufrieden ist, muss er nur UV-Licht verwenden, um es zu löschen, und er kann von vorne beginnen. </span><br />
<span style="font-weight: 400;">Jannike hat in der Zwischenzeit auch zwei neue Trends gefunden. So langsam macht die Recherche echt Spaß und ich merke, wie sich mein Gehirn und Horizont erweitern. Die anfängliche Überforderung mit den Neologismen und der Menge an Trends verschwindet und viele Dinge erschließen sich jetzt für mich. Die Welt ist technisch schon viel weiter, als ich gedacht hätte.</span></p>
<h2><b>Geo-Engineering, Bionik und Space Tourism &#8211; Job-Felder der Zukunft</b></h2>
<p><span style="font-weight: 400;">Am Nachmittag haben wir ein Meeting mit CEO und Gründer Nils Müller. Er stellt uns eine Timeline vor, die in Zehner-Jahresabschnitten zeigt, wie sich die Welt verändert hat und bis 2170 noch verändern könnte. Wenn Nils über die Zukunft spricht, dann ist er voll in seinem Element. “Geo-Engineering, Bionik und Space Tourism – das sind aus meiner Sicht Trends, in denen viele Jobs entstehen werden”, erzählt er uns. Er hat eine mitreißende Art. Das merke ich auch an Jannike, die vor lauter Begeisterung in die Hände klatscht. Auch sie ist in ihrem Element und in reinster Vorfreude, welche Jobs sie alles noch testen kann. </span><br />
<span style="font-weight: 400;">Um den Prozess des Trendscoutings abzuschließen, lernen wir in dieser Woche auch noch, wie wir unsere gefundenen Trends in die Datenbank einpflegen und wie wir dazu passende Texte formulieren. Unsere Recherche-Ergebnisse sollen wir auf höchstens 600 Zeichen herunterbrechen, also etwa vier bis fünf Sätze. Gar nicht so einfach, wenn der Trend aus einem zwölfseitigen Paper in einer englischsprachigen Wissenschaftszeitschrift stammt. Zu unserer Freude nimmt Johanna die Texte sogar ab, sodass sie für immer und ewig Teil von TRENDONE werden. Einigen Meetings, Mittagspausen und Erinnerungsfotos dürfen wir noch beiwohnen, dann heißt es für uns auch schon wieder Abschied nehmen. Spannende Tage bei TRENDONE in Hamburg gehen nun zu Ende.</span><br />
<span style="font-weight: 400;">Wer Trendforscher werden will, sollte neugierig sein, Freude an Recherche und Interesse an der Welt von Morgen haben. Gute Englischkenntnisse und Faszination für technologiegetriebene Trends und Innovationen sollten ebenfalls vorhanden sein. Wer auf eine moderne, lockere Unternehmenskultur und Kaffeetassen mit Namen steht, der ist bei TRENDONE genau richtig. </span><br />
<span style="font-weight: 400;">Ein riesiges Dankeschön an Nils, Peter und Johanna, die uns das Jobtesting ermöglicht und uns sehr gut in den Job als Trendforscherin eingeführt haben.</span><br />
&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://jannikestoehr.com/trendforscher-job-12/">Trendforscherin &#8211; Zukunftsjob 12</a> erschien zuerst auf <a href="https://jannikestoehr.com">Jannike Stöhr</a>.</p>
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		<title>Ich bin dann mal Fachärztin für Ökopsychosomatik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jannike Stoehr]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Nov 2019 08:00:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Jobs der Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Traumjob-Experiment]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Ein Haus auf dem Land“, sagt die Frau auf der anderen Seite des Bildschirms, „das wäre etwas. Vielleicht sogar ein eigener Bauernhof. Mindestens möchte ich aber mein eigenes Gemüse anpflanzen und mich selbst versorgen.“ Ich bin nicht überrascht von diesem Wunsch meiner Klientin. Tatsächlich antworten die meisten meiner Klienten auf die Frage nach Wünschen und [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://jannikestoehr.com/ich-bin-dann-mal-fachaerztin-fuer-oekopsychosomatik/">Ich bin dann mal Fachärztin für Ökopsychosomatik</a> erschien zuerst auf <a href="https://jannikestoehr.com">Jannike Stöhr</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>„Ein Haus auf dem Land“, sagt die Frau auf der anderen Seite des Bildschirms, „das wäre etwas. Vielleicht sogar ein eigener Bauernhof. Mindestens möchte ich aber mein eigenes Gemüse anpflanzen und mich selbst versorgen.“ Ich bin nicht überrascht von diesem Wunsch meiner Klientin. Tatsächlich antworten die meisten meiner Klienten auf die Frage nach Wünschen und Träumen ähnlich. In unserer schneller werdenden Welt, verspüren immer mehr Menschen eine starke Sehnsucht nach der Natur. Während alles digitaler wird, wünschen wir uns wieder, das eigene Gemüse zu züchten oder ein Bienenvolk auf dem Balkon zu haben. Ein Ort der Ruhe auf dem Land wäre auch nicht schlecht. Irgendwie scheinen wir zu spüren, dass die Natur uns gut tut.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Laut dem Zukunftsinstitut stecken die Amerikaner jährlich bereits 129 Millionen Dollar in die <a href="https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/healthness-gesundheit-wird-ganzheitlich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Komplementärmedizin-Forschung.</a> In Deutschland sind knapp die Hälfte aller Menschen an Naturheilmitteln interessiert. Healthness nennt das Zukunftsinstitut diesen Trend. Weiter heißt es: „Der Healthness-Trend versteht Gesundheit als Gesamtsystem, das auch in verstärktem Maße auf Umwelteinflüsse reflektiert. Es gilt nicht nur, den Körper gesund zu erhalten, sondern auch die direkte Umgebung.“ Dem und den sich daraus ergebenden beruflichen Perspektiven möchte ich auf den Grund gehen und stoße dabei schnell auf den Begriff &#8222;Ökopsychosomatik&#8220;.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2>Was ist eigentlich Ökopsychosomatik?</h2>
<p>Bei einem Waldspaziergang im Frühjahr lerne ich den Autoren und Biologen Clemens Arvay kennen. Clemens beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen Mensch und Natur. Er fokussiert sich dabei auf den Effekt den der Kontakt mit Pflanzen und Tieren auf den Menschen hat. Wir steigen über Stöcker und Steine und begutachten die Bäume um uns herum. Er erzählt mir von der heilenden Wirkung des Waldes und zaubert einen Job der Zukunft aus der Tasche: Facharzt für Ökopsychosomatik.<br />
<figure id="attachment_1607" aria-describedby="caption-attachment-1607" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-1607 size-large" src="https://jannikestoehr.com/wp-content/uploads/2019/11/IMG_2102-1024x769.jpg" alt="Ökopsychosomatik" width="1024" height="769" srcset="https://jannikestoehr.com/wp-content/uploads/2019/11/IMG_2102-1024x769.jpg 1024w, https://jannikestoehr.com/wp-content/uploads/2019/11/IMG_2102-300x225.jpg 300w, https://jannikestoehr.com/wp-content/uploads/2019/11/IMG_2102-768x577.jpg 768w, https://jannikestoehr.com/wp-content/uploads/2019/11/IMG_2102-1536x1154.jpg 1536w, https://jannikestoehr.com/wp-content/uploads/2019/11/IMG_2102-2048x1539.jpg 2048w, https://jannikestoehr.com/wp-content/uploads/2019/11/IMG_2102-scaled.jpg 1600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-1607" class="wp-caption-text">Clemens und ich bei einer Lesung aus seinem Buch &#8222;Biophilia in der Stadt&#8220;</figcaption></figure><br />
Ökopsychosomatik meint, dass nicht nur Körper und Geist miteinander verbunden sind, sondern wir über unsere Haut, dem größten Organ des Menschen, auch mit der Umwelt. Bevor ihr euch wundert &#8211; diesen Job gibt es noch nicht. Aber Clemens findet, dass es ihn geben sollte. „Ich bin überzeugt davon, dass wir viel anfälliger für Krankheiten sind, wenn wir keinen Kontakt mehr mit der Natur haben. Die Wissenschaft belegt mittlerweile, dass die Natur eine heilende Wirkung hat“, erklärt mir Clemens, während wir weiter durch den Wald wandern.<br />
Er erzählt mir vom heilsamen Trio des Waldes. Da sind die Terpene, das sind gasförmige Abwehrstoffe von Bäumen, die auch beim Menschen die körpereigenen Killerzellen aktivieren, die die Basis für die menschliche Immunabwehr bilden. Negativ geladene Sauerstoffteilchen nennen sich Anionen. Auch sie unterstützen unser Immunsystem. Anionen entstehen überall dort, wo Wasser noch wild sein darf und auf natürliche Weise elektrische Kräfte entstehen. Atmen wir diese Luft voller Anionen ein, geben sie elektrische Energie an die Flimmerhärchen in unserer Nase ab und bewahren uns so vor Schadstoffen und Krankheitserregern. Und dann ist da noch das „Biophilia-Bakterium“, das in humusreichen Waldböden zuhause ist. Es schützt vor Tuberkulose und stärkt wie die Anionen und Terpene unser Immunsystem. Und die Medizin könnte sich genau das zu Nutze machen.</p>
<h2>Die Gartentherapie &#8211; Ein Vorläufer der Ökopsychosomatik</h2>
<p>Fachärztin für Ökopsychosomatik, das will ich machen! Nur wie soll das funktionieren, wenn der Job noch gar nicht existiert? Clemens hat eine Idee. Das Feld der Gartentherapie existiere bereits und man könne es als Vorläufer der Ökopsychosomatik begreifen. An der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik in Wien gibt es dazu sogar einen eigenen Studiengang. „Dr. Fritz Neuhauser arbeitet bereits in der Gartentherapie“, erzählt mir Clemens. „Seine Arbeitsweise kommt meiner Vorstellung vom Facharzt für Ökopsychosomatik schon ziemlich nah.“<span class="Apple-converted-space">     </span><br />
Clemens connected uns digital und ein paar Mails später steht fest: Ich darf für eine Woche im Krankenhaus Hietzing in Wien im Feld der Gartentherapie arbeiten. Fritz und ich verabreden uns für eine Woche im Mai. „Lass uns zum Frühstück bei mir Zuhause treffen“, schlägt Fritz vor, der aus einer Woche Nachtschicht kommt und an meinem ersten Arbeitstag eigentlich frei hat. „Nach der Nachtschicht kann ich Gartenarbeit gut vertragen.“ Auch an seinen freien Tagen verbringt Fritz viele Stunden im Krankenhaus. Die ökopsychosomatische Arbeit findet aktuell noch zu weiten Teilen außerhalb seiner regulären Arbeitszeiten statt, die er als Allgemeinmediziner und als Psychotherapeut leistet.<br />
<figure id="attachment_1611" aria-describedby="caption-attachment-1611" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1611 size-large" src="https://jannikestoehr.com/wp-content/uploads/2019/11/DSC_0099-1024x683.jpg" alt="Gartentherapie" width="1024" height="683" /><figcaption id="caption-attachment-1611" class="wp-caption-text">Fritz bei der Arbeit</figcaption></figure></p>
<h2>Die Natur als Ort der Heilung</h2>
<p>Mit dem Blick in einen wilden Garten sitzen wir auf Fritz Terrasse und planen die Woche. „Die gartentherapeutische Arbeit findet hauptsächlich hier in Hietzing statt. Da bin ich noch involviert bei <a href="https://igor-wien.at" target="_blank" rel="noopener noreferrer">IGOR</a>, einem Verein, der sich um geflüchtete Menschen kümmert. Ein paar leerstehende Klinikgebäude werden aktuell als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Menschen, die fliehen mussten, leiden häufig unter Traumata. Es ist gut, im Garten mit ihnen daran zu arbeiten“, erzählt mir Fritz. Früher sei dort die Geriatrie gewesen. Für die geriatrischen Patienten wäre die Zeit im Garten auch besonders wertvoll gewesen. Ich erfahre, dass Gartentherapie viele verschiedene positive Effekte auf die Patienten hat. Die therapeutische Arbeit könne das Wohlbefinden steigern bei psychosomatischen oder psychiatrischen Erkrankungen.</p>
<blockquote><p>„Der Anblick der Natur aktiviert einen wichtigen Teil unseres Nervensystems, der für psychische Ruhe und körperliche Regeneration zuständig ist. Es handelt sich um den Parasympathikus“, schreibt Clemens in seinem Buch (Biophilia in der Stadt, S. 141 f).</p></blockquote>
<p>Das deckt sich mit dem, was die Menschen in meiner Berufsberatung sagen. Ein Aufenthalt in der Natur regeneriert und erdet.<br />
Bei der Gartentherapie kommen noch körperliche Aktivitäten hinzu. Eine ausgebildete Fachkraft leitet die Patienten in der Gartenarbeit an. Die sensorische Wahrnehmung wird bei dem Kontakt mit der Natur geschult, die motorischen Fähigkeiten gefordert sowie die soziale Interaktion zwischen den Patienten gefördert. „Auch therapeutische Gespräche lassen sich bei der Gartenarbeit ganz anders führen“, sagt Fritz. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich die Patienten viel schneller öffnen, als in der Praxis.“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2>Mein Arbeitsplatz ist ein Blütenmeer</h2>
<p>Wir decken den Frühstückstisch ab und machen uns auf den Weg in die Klinik. Ein eindrucksvolles Gelände wartet auf mich. Auf zehn Hektar finden sich ursprünglich in dreizehn Pavillons die verschiedenen Disziplinen des Krankenhauses wieder. Mittlerweile stehen einige Häuser leer. Wir biegen rechts ab, dann links, laufen an einer Kirche vorbei, den Hügel hoch, biegen wieder links ab, überqueren einen kleinen Platz bis wir schließlich vor einem Gartentor stehen. Fritz greift in seine Hosentasche und zieht einen Schlüssel heraus. „Das hier ist unser Garten“, sagt Fritz und schubst das Tor auf. Ich betrete die kleine Grünfläche hinter einem der Häuser auf dem Klinikgelände. Schnell stehe ich kniehoch mitten in wilden Gräsern und Blumen in einem Blütenmeer. Noch kann ich mir die Gartentherapie nicht konkret vorstellen. Unkraut jäten und Blumen ziehen, das soll es sein? Fritz steuert auf ein zweites Tor am hinteren Ende des Gartens zu und deutet mir an, mitzukommen.<br />
Wir laufen die Straßen des Klinikgeländes entlang und steuern auf ein großes und offensichtlich belebtes Gebäude zu. Durch einen PVC Streifenvorhang, wie man ihn sonst auch im Lager findet, betreten wir Wiens größte Flüchtlingsunterkunft. Bis zu 1.400 Menschen haben hier zeitgleich bereits gelebt. „Grüß dich“, ruft Fritz dem jungen Mann zu, der uns entgegen kommt, und streckt ihm die Hand entgegen. „Wie geht es dir?“ „Der Bescheid ist noch nicht durch. Immer warten, warten“, antwortet er und stellt sich mir als Ahmed vor. Sein Asylantrag läuft noch. Bis der entschieden ist, muss er warten. Arbeiten darf er nicht. Wir treffen noch weitere Bewohner des Heims. Kinder toben über den Flur. Mit dem Fahrstuhl geht es ins Kellergeschoss.<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1612 size-large" src="https://jannikestoehr.com/wp-content/uploads/2019/11/DSC_0114-1024x683.jpg" alt="Gartentherapie" width="1024" height="683" srcset="https://jannikestoehr.com/wp-content/uploads/2019/11/DSC_0114-1024x683.jpg 1024w, https://jannikestoehr.com/wp-content/uploads/2019/11/DSC_0114-300x200.jpg 300w, https://jannikestoehr.com/wp-content/uploads/2019/11/DSC_0114-768x512.jpg 768w, https://jannikestoehr.com/wp-content/uploads/2019/11/DSC_0114-1536x1024.jpg 1536w, https://jannikestoehr.com/wp-content/uploads/2019/11/DSC_0114-2048x1365.jpg 2048w, https://jannikestoehr.com/wp-content/uploads/2019/11/DSC_0114-scaled.jpg 1600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><br />
Im Keller befinden sich die Räume von IGOR. IGOR steht für Integrationsarbeit und Gesundheitsförderung im öffentlichen Raum und ist eine Einrichtung des psychosozialen Gesundheitsdienst. Der Verein unterstützt geflüchtete Menschen bei der Integration und Inklusion. Menschen, die hier her kommen, sollten die Möglichkeit bekommen, ihr Selbstwertgefühl wieder zu steigern, sich psychisch zu stabilisieren, Selbstwirksamkeit zu erfahren und Resilienz zu entwickeln, findet Fritz. Finde ich gut.<br />
Ich trete ein in einen großen Gemeinschaftsraum mit einer kleinen Bibliothek und zwei Arbeitsplätzen. Dahinter schließen sich ein Computerraum und eine Küche an. IGOR hat bereits mehrere Auszeichnungen bekommen. 2016 wurde dem Flüchtlingsprojekt der Preis „Bildung für nachhaltige Entwicklung &#8211; Best of Austria“ verliehen. Ich finde schön, dass die Arbeit hier gesehen wird. Fritz beendet die Führung mit einer Einladung für den nächsten Tag. Um zehn Uhr wollen wir uns am nächsten Tag hier in den Gemeinschaftsräumen wieder treffen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2>Blumenernte und Gesprächstherapie</h2>
<p>Wenn das so einfach wäre. Der nächste Tag beginnt mit einer ordentlichen Verirrung. Das Flüchtlingsheim finde ich auf dem 10 Hektar großen Gelände beim besten Willen nicht wieder. Irgendwann sehe ich ihn dann doch wieder: Den PVC-Vorhang. Unten im Gemeinschaftsraum treffe ich neben Fritz heute auch auf meine dieswöchigen Kolleginnen Monika, Dorothea und Brigitte, drei sehr herzliche Frauen. Nach einem ersten Kaffee machen wir uns an die Arbeit. Auf den Fluren des Heims suchen wir nach Willigen für die Gartenarbeit.<br />
Schließlich findet sich jemand: Madhi heißt er und ich werde ihm in dieser Woche noch öfter über den Weg laufen. Madhi, Fritz und ich machen uns auf in den Therapie-Garten. Ausgestattet mit Eimer und Scheren ernten wir Blumen. Die meisten von ihnen blühen bereits. Bunte Sträuße wollen wir heute in der Klinik verteilen und so die Natur auch in die Krankenhaus-Flure bringen. Genau wie Fritz es gesagt hatte &#8211; während der Gartenarbeit kommt ganz leicht ein Gespräch zustande. Madhi erzählt mir von seiner Flucht. Sechs Mal habe er versucht mit dem Boot nach Europa zu gelangen. Fünf Mal sei er gescheitert. Das sechste Mal war erfolgreich. Jetzt warte er auf seine Aufenthaltsgenehmigung und die Möglichkeit, in seinem Beruf als Stuckateur und Handwerker arbeiten zu können. Wir pflücken Blumen und reden und reden und pflücken Blumen. Der Eimer wird immer voller und bald schon haben wir einen riesigen Wildblumenstrauß zusammen.<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1613 size-large" src="https://jannikestoehr.com/wp-content/uploads/2019/11/DSC_0119-1024x683.jpg" alt="" width="1024" height="683" /></p>
<h2>Werben für die Ökopsychosomatik</h2>
<p>Mit dem Eimer ziehen wir durch das Krankenhaus und verteilen Blumensträuße auf den einzelnen Stationen. „Den Kollegen tut so ein bisschen Natur im Büro ja auch gut. Wer freut sich nicht über einen Blumenstrauß?“, will Fritz von mir wissen. Und tatsächlich schauen wir in strahlende Gesichter, als wir mit den Blumen in der Hand an die Bürotüren klopfen. Vielleicht geht es bei unserem Besuch auch ein Stückweit darum, für die Gartentherapie zu werben. „Gerade zu Beginn ist oft der Anschein entstanden, dass wir uns draußen nur vergnügen, während drinnen gearbeitet wird“, erzählt Fritz. „Aber wem geht es in der Natur nicht gut? Und darum, dass es den Menschen wieder gut geht, ob körperlich oder psychisch, darum geht es ja.“<br />
Je nach Patient und Anliegen bekommen die Menschen in der Gartentherapie unterschiedliche Aufgaben. Nicht jeder erntet zu jedem Zeitpunkt Blumen. Für manche Menschen ist es heilend, Blumen zu pflanzen und ihr Wachstum über die Zeit hinweg zu erleben. Selbstwirksamkeit ist es, die dabei gefördert wird. Andere wiederum schätzen den meditativen Vorgang beim Unkraut jäten und können so beispielsweise an ihrem Perfektionsanspruch an sich selbst arbeiten. Der Garten bietet unzählige Möglichkeiten zur <a href="https://jannikestoehr.com/on-the-road-ein-zwischenfazit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Selbsterkenntnis</a>. Ich selbst ertappe mich bei der Gartenarbeit dabei, meine Aufgaben ordentlich und gut machen zu wollen und sie dennoch schnell zu erledigen, um möglichst viel zu schaffen. Diese Erkenntnis nehme ich mir mit.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2>Sich Freiräume für zukunftsfähige Tätigkeiten zu schaffen, erfordert Eigeninitiative</h2>
<p>Fritz und ich machen in dieser Woche neben der Gartenarbeit und der Interaktion mit den geflüchteten Menschen noch einen Ausflug in die Gerontopsychatrie und an die Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik Wien. Die Arbeit in der Gerontopsychatrie ist Fritz eigentlicher Job. Den Freiraum in der Gartentherapie musste und muss er sich erarbeiten. Er macht es wie viele Menschen in Zukunftsberufen: Er schafft sich innerhalb eines Systems Freiräume für die Dinge, die ihm wichtig sind und die für andere einen Mehrwert stiften. Einfach ist das nicht. Es geht dabei nicht nur um die Doppelbelastung, sondern auch um die Akzeptanz dessen unter den Kollegen. Aber es ist möglich. Fritz Beispiel zeigt es. Und das der Menschen, denen die Gartentherapie hilft.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Wenn es nach Clemens Arvay gibt, dann ist nicht nur die Gartentherapie irgendwann an Krankenhäusern etabliert, sondern auch die Ökopsychosomatik. Die Ökopsychosomatik geht in der Medizin nämlich noch einen Schritt weiter und nutzt die Natur gezielt zur Förderung der Genesung, als auch zur Wahrung der Gesundheit. „Viele Wirkungsweisen sind mittlerweile wissenschaftlich belegt. Warum sollten diese Erkenntnisse nicht von unserem Gesundheitssystem genutzt werden?“, findet der Biologe. Logisch nachvollziehbar ist das alles für mich. Sollte ich einmal schwerwiegender krank sein, dann wünsche ich mir auch einen Ort in der Natur, an dem ich ins Grüne schauen, Terpene und Anionen einatmen und die Ruhe genießen kann, die im Stadtlärm oft nur schwer zu finden ist.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Ich denke noch einmal darüber nach. Warum eigentlich warten bis ich krank werde? <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
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		<title>Fünf Gründe für Konsumverzicht und was das mit beruflicher Orientierung zu tun hat</title>
		<link>https://jannikestoehr.com/konsumverzicht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jannike Stoehr]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Jan 2019 07:52:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Traumjob-Experiment]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aus 2019 werde ich ein konsumfreies Jahr machen. Dass Konsumverzicht glücklich macht, habe ich schon einmal erlebt. Alle materiellen Konsumgüter sind deswegen dieses Jahr für mich Tabu. Ausgenommen sind Lebensmittel und Körperpflege-Produkte, die ich vor dem Kauf allerdings restlos aufgebraucht haben muss. Von allem anderen heißt es: Pfoten weg! Warum das Ganze?  In 2013 habe [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://jannikestoehr.com/konsumverzicht/">Fünf Gründe für Konsumverzicht und was das mit beruflicher Orientierung zu tun hat</a> erschien zuerst auf <a href="https://jannikestoehr.com">Jannike Stöhr</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Aus 2019 werde ich ein konsumfreies Jahr machen. Dass Konsumverzicht glücklich macht, habe ich schon einmal erlebt. Alle materiellen Konsumgüter sind deswegen dieses Jahr für mich Tabu. Ausgenommen sind Lebensmittel und Körperpflege-Produkte, die ich vor dem Kauf allerdings restlos aufgebraucht haben muss. Von allem anderen heißt es: Pfoten weg!</p>
<h2>Warum das Ganze?<span class="Apple-converted-space"> </span></h2>
<p>In <a href="https://jannikestoehr.com/on-the-road-ein-zwischenfazit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">2013</a> habe ich schon einmal ein ähnliches Experiment gemacht und habe ein halbes Jahr auf den Konsum verzichtet. Ich hatte mir damals ein Konsumverhalten angewöhnt, bei dem neue Kleider ungetragen im Schrank hängen blieben. Damals wollte ich wissen, was der Konsum mit mir macht.<span class="Apple-converted-space"> </span><span id="more-872"></span></p>
<h2>Konsumverzicht schafft Freizeit</h2>
<p>Während der ersten Wochen stellte ich fest, wie programmiert ich auf das Kaufen war. Ständig spürte ich den Wunsch nach Neuem und den Impuls etwas zu kaufen. Während meines Experiments ging es für mich nach der Arbeit nun nicht mehr in die Innenstadt oder den Online-Shop. Ich war überrascht, wie viel Freizeit ich wieder hatte!</p>
<h2>Konsumverzicht macht sensibel</h2>
<p>Noch einen Effekt hatte mein Konsumverzicht auf mich. Mir fiel wieder auf, wo und wie oft ich Werbung ausgesetzt war. Das war wirklich erschreckend. In den Medien, auf Häuserwänden, in der U-Bahn, in meinem E-Mail-Postfach, nirgendwo ließ man mir eine werbefreie Zone. Wieso war mir das Ausmaß zuvor nicht aufgefallen? Wie sollte ich mich schützen? Ein sehr wesentlicher Schritt, um mich zu schützen, war die Bewusstmachung. Der Verzicht machte mich sensibel für die ganzen Manipulationen, denen wir tagtäglich ausgesetzt sind. Ich wurde wieder Herr meines eigenen Willens.</p>
<h2>Konsumverzicht macht schön</h2>
<p>Wie sollte ich nur einen halbwegs guten Auftritt hinlegen, wenn ich ein halbes Jahr keine neuen Klamotten shoppen konnte? In meiner Vorstellung würde ich nach einiger Zeit in Lumpen herumlaufen und von den anderen Menschen für meine alte Kleidung verspottet werden. Das Überraschende an meinem Experiment war: Das Gegenteil war der Fall. Noch nie hatte ich so viele Komplimente bekommen. Denn anstatt zu überlegen, welches neue Teil ich kaufen sollte, dachte ich nun darüber nach, wie sich die Teile in meinem Schrank kombinieren ließen. Mit Erfolg!</p>
<h2>Konsumverzicht ist gut für die Umwelt</h2>
<p>Konsum verursacht Müll. In Deutschland werden jährlich allein über <a href="https://www.zeit.de/wissen/2018-07/textilrecycling-altkleider-upcycling-downcycling-baumwolle">1,35 Millionen Tonnen Kleidung entsorgt</a>. Konsumverzicht ist gut für die Umwelt. Während dieser Zeit fing ich wieder an, <a href="https://repaircafe.org/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dinge zu reparieren</a>. Ich musste erst verzichten, um festzustellen, dass ich vieles zu schnell wegwarf, anstatt es zu kitten oder zu flicken und es dann so gut wie zuvor weiterverwenden zu können.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2>Konsumverzicht macht vermögend</h2>
<p>Einen Teil meiner Auszeit für die Traumjob-Suche habe ich mir über den Konsumverzicht erspart. Erstens habe ich viel weniger Geld ausgegeben, denn selbst kleinere Ausgaben läppern sich. Und zweitens konnte ich einen vermeintlich geringeren Lebensstandard in dieser Zeit testen und mich hinterher von viel Eigentum lösen. Der Verkauf weiter Teile meines Eigentums halfen ebenfalls bei der Finanzierung meiner Auszeit.</p>
<h2>Konsumverzicht hilft beim Umsteigen</h2>
<p>Im Rückblick kann ich sagen, dass der Konsumverzicht mir dabei geholfen hat, umzusteigen. Das mag im ersten Moment abstrus klingen. Allerdings war er ein ganz wesentlicher Schritt in der Vorbereitung. Und zwar nicht nur finanziell. Der Konsumverzicht half mir zudem, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Mich und meine Umwelt wieder besser wahrzunehmen und damit auch meine Wünsche und Bedürfnisse. Und er half mir dabei, mich gedanklich von meinem Lebensstandard zu lösen und die Unsicherheit des fehlenden Einkommens auszuhalten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2>Verzicht &#8211; der Trend in 2019</h2>
<p>Es kommt mir so vor, als könnte 2019 das Jahr des Verzichtes werden. Mein guter Freund Philipp hat sich vorgenommen, jeden Monat auf etwas Neues zu verzichten. Aktuell trinkt er kein Tröpfchen. Mein Cousin verzichtet auf Kohlenhydrate und meine Bekannte Katja will Plastikmüll vermeiden.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Auch für mich ist in 2019 wieder einmal Zeit für einen Verzicht. Meine Einstellung zum Konsum hatte sich zwar nach dem ersten Experiment grundlegend geändert, allerdings merkte ich in letzter Zeit, wie sich neue Verhaltensweisen einschlichen. In meinem Bücherregal stehen mehr Bücher als ich lesen kann und in meinem Kleiderschrank mehr Schuhe und Kleider als ich anziehen kann. Viel wichtiger sind für mich in diesem Jahr Erlebnisse und Erfahrungen. Und Menschen, mit denen ich sie teilen kann.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
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		<title>Job 30 &#8211; Hebamme</title>
		<link>https://jannikestoehr.com/job-30-hebamme/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jannike Stoehr]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2015 14:21:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Traumjob-Experiment]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Knapp fünfzig Wochen nachdem ich mir meinen Weg durch kindersichere Türen zu meinem ersten Job als Erzieherin bahnte, finde ich mich in einer ähnlichen Situation in Bayreuth wieder. Ich finde den Eingang nicht zu meinem letzten Job, der einen Schritt vor dem der Erzieherin ansetzt. Durch eine Gartenpforte betrete ich das Grundstück der in der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Knapp fünfzig Wochen nachdem ich mir meinen Weg durch kindersichere Türen zu meinem ersten Job als Erzieherin bahnte, finde ich mich in einer ähnlichen Situation in Bayreuth wieder. Ich finde den Eingang nicht zu meinem letzten Job, der einen Schritt vor dem der Erzieherin ansetzt. Durch eine Gartenpforte betrete ich das Grundstück der in der E-Mail angegebenen Adresse, die mir <a href="https://www.hebamme-in-bayreuth.de/">Hebamme Stefanie</a> einen Tag zuvor geschickt hatte. Links von mir befindet sich eine weitere Pforte, die zu einer Terrasse führt. Rechts von mir ein Gartenhäuschen, vor mir der Garten. Ich entscheide mich für den Garten und finde hinter dem Haus tatsächlich die Eingangstür mit Klingel und Namensschild. Wer sie heute wohl öffnen wird?<span id="more-254"></span><br />
<span id="more-960"></span>Es ist eine schlanke Frau, in etwa so groß wie ich, die ihre dunklen Haare zu einem Zopf zusammengebunden hat. Sie trägt eine große Brille mit einem dunklen Rahmen, stellt sich als Stepsi vor und wirkt ganz schön erwachen auf mich. Ich erfahre später, dass sie wie ich 28 Jahre alt ist und mit ihrem Freund, ihrer 10-jährigen Tochter, Hund und Pferd in dem Reihenhaus lebt, durch dessen Garten ich gerade geschlichen bin. So in etwa hatte ich mir mein Leben mit 28 auch vorgestellt als ich noch ein Kind war. Manchmal kommt es anders als man denkt.<br />
Kurze Zeit später sitzen wir im Auto und machen uns auf den Weg zur ersten Mutter mit Kind, die Stepsi als freiberufliche Hebamme betreut. Wir klingeln an der Tür, schlüpfen aus unseren Schuhen und folgen einer frischgebackenen Mama in das Esszimmer. Seit ein paar Tagen sind Mutter und Sohn nun zuhause, etwas früher als geplant, aber wohlauf. Stepsi wiegt und wickelt den Kleinen, untersucht seine Haut, hört sich Sorgen und Fragen seiner Mutter an und macht eine Stillberatung. Denn ganz so einfach, wie ich mir Stillen vorgestellt hatte, ist es nicht. Oftmals bedarf es einiger Kniffe und Tricks, um das Kind zum Trinken zu bewegen.<br />
„Wenn etwas ist, dann rufe einfach an. Auch nachts ist das kein Problem. Ich habe mein Handy am Bett“, verabschiedet sich Stepsi von der ersten Mutter, die ich in dieser Woche kennenlerne. Als nächstes besuchen wir eine Zwillingsfamilie. Die beiden Jungs sind bereits acht Wochen alt. Viele Besuche wird Stepsi hier nicht mehr machen. Generell steht sie ihren Frauen zwar die gesamte Stillzeit zur Verfügung. Die zeitlichen Abstände der Besuche werden mit zunehmendem Alter der Kinder jedoch größer, bis sie schließlich ganz eingestellt werden.<br />
„Nimm du ihn mal“, fordert Stepsi mich auf und drückt mir einen Zwilling in die Arme. Prompt fängt er an zu schreien. Mein Puls beschleunigt sich, fühle ich mich doch verantwortlich dafür, dass es dem Kleinen gut geht. Ich laufe in der Wohnung auf und ab, das Schreien wird weniger. Ganz schön schwer so ein Säugling. Ein wenig erleichtert gebe ich ihn schließlich zurück zur Mutter. Sie mustert ihren Sohn und dreht ihn von einer Seite auf die andere. „Irgendjemand von euch hat Glitzer drauf“, stellt sie schließlich fest und schaut uns fragend an. Mein Rouge glitzert ein wenig, fällt mir ein und lege eine Beichte ab. „Macht nichts“, grinst mich die Zwillingsmama an. Trotzdem, Rouge wird für diese Woche gestrichen.</p>
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<p>Von Hausbesuch geht es zu Hausbesuch. Neben Müttern mit Kind besuchen wir auch schwangere Frauen. Bei ihnen misst Stepsi Blutdruck, tastet den Bauch ab, erkundigt sich nach dem Befinden, beantwortet Fragen, empfiehlt homöopathische Mittel und akupunktiert. „Darf die Jannike auch mal tasten?“, fragt Stepsi die Frau, die vor ihr mit nacktem Bauch auf dem Sofa liegt. Ich bekomme die Erlaubnis, desinfiziere meine Hände und lege meine Finger auf den Bauch der Fremden.<br />
„Taste mal nach der Gebärmutter. Findest du das obere Ende? Du musst mit den Fingern richtig in den Bauch drücken, sonst spürst du sie nicht“, leitet Stepsi mich an. Mir ist das unangenehm. Ich kann doch nicht einfach der Frau im Bauch rumdrücken. Doch kann und muss ich, wenn ich wissen will, ob in der Schwangerschaft alles nach Plan verläuft. Da, ich fühle etwas Hartes, etwa zwei fingerbreit oberhalb des Bauchnabels. „Wenn sich das obere Ende der Gebärmutter auf Höhe des Bauchnabels befindet, dann ist die Frau in der 24. Schwangerschaftswoche. Mit den zwei Querfingern oberhalb des Bauchnabels ist sie dann in der 28. Woche“, erklärt mir Stepsi.<br />
Ohne Schwangerschaft sitzt die Gebärmutter wie eine auf dem Kopf stehende Birne im Becken der Frau und ist in der Regel sieben Zentimeter lang. Während der Schwangerschaft wächst sie in Richtung Herz, bis sie gegen Ende dann mit den Rippen der Frau abschließt. Die restlichen Organe werden entsprechend zur Seite oder nach hinten gedrängt. Logisch also, warum hochschwangere Frauen oftmals kurzatmig sind. Die Lunge hat einfach nicht mehr so viel Platz wie zuvor.<br />
Zwei Vormittage verbringen wir in Stepsis Büro in einer Frauenarztpraxis. Ich lerne wie man ein CTG macht, also die Herzfrequenz des Babys und die Wehentätigkeit der Mutter misst, auf was bei der Untersuchung des Urins zu achten ist und wie man mit Manschette, Blasebalg und Stethoskop den Blutdruck misst.<br />
„Blutdruck, Gewicht, Urin, das sind alles Dinge, die wir untersuchen, um möglichst frühzeitig eine Schwangerschaftsvergiftung festzustellen. Die kann lebensbedrohlich für Mutter und Kind werden und in diesem Fall ist die einzige Therapie, die Geburt einzuleiten “, erklärt Stepsi, während sie die Daten im Mutterpass einer Frau einträgt. „Ihre Werte sind alle gut“, ergänzt sie und schaut zur Frau hinüber, die gerade am CTG angeschlossen ist. „Bitte nicht lachen, aber spricht eigentlich aus medizinischer Sicht etwas dagegen, wenn ich übermorgen beruflich zu einem Helene Fischer Konzert gehe?“, fragt die Frau am CTG. Stepsi kann sich das Lachen nicht verkneifen: „Aus gesundheitlicher Sicht nicht. Die Lautstärke ist nicht schädlich für das Kind.“<br />
Auch wenn Stepsi aufgrund der Versicherungsproblematik keine Geburten mehr betreut, erscheint mir der Hebammen-Beruf sehr gefühlvoll und intim zu sein. Wie Arbeit fühlt es sich in dieser Woche nur selten für mich an. Ich habe viele erschöpfte Frauen gesehen, denn schwanger oder frisch Eltern zu sein ist anstrengend. Aber gleichzeitig habe ich in freudestrahlende Augen geblickt, wenn der Herzschlag des Babys zu hören war oder das Baby im Arm seiner Eltern lag. Es gab Freudentränen, Umarmungen und immer lag ganz viel Liebe in der Luft. Wo viel Licht ist, ist aber auch manchmal Schatten. Stepsi steht deswegen auch Frauen mit Depressionen zur Seite, die in etwa bei 10 % aller Frauen vor oder nach der Geburt auftreten.<br />
Am Freitagabend schmeißt Stepsi mit ihrer Familie und Freunden ein Grillfest, um mit mir den Abschluss des spannendsten Jahres meines Lebens zu feiern, als der Anruf kommt: es geht in den Kreißsaal. In der allerletzten Nacht meines allerletzten Jobs heiße ich gemeinsam mit Helena und Dominik den kleinen Mattis willkommen, das süßeste Baby, das ich je gesehen habe. Die schönsten Geschichten schreibt immer noch das Leben selbst.<br />
Freiberufliche Hebamme werde ich nicht werden und ob es ab Sommer 2016 überhaupt noch welche geben wird, ist fraglich. Noch gibt es keinen Versicherungsanbieter, der sie dann noch aufnehmen würde. Hoffen wir einmal, dass sich eine Lösung findet.<br />
Ich bedanke mich für eine herzliche letzte Woche bei Stepsi! Bei allen Frauen, die mich haben teilhaben lassen, an ihrer Schwangerschaft oder ihrem Muttersein. An Helena und Dominik, deren Geschichte in der gebührenden Ausführlichkeit ins Buch kommt. An meine Couchsurfer Stefan, Anne und Mona. Und noch einmal an Stepsi, Steffen und Maya für eure Gastfreundschaft und das Grillfest!</p>
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