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Metakognition – mit Reflexion zur Selbsterkenntnis

Jannike Stöhr

Metakognition

Die Metakognition beschäftigt sich mit dem Nachdenken über das eigene Denken. Dabei geht es darum, sich über die eigenen kognitiven Prozesse wie Gedanken, Wissen, Meinungen und Entscheidungen bewusst zu werden und diese zu reflektieren. Auch im Arbeitsleben können metakognitive Fähigkeiten helfen, gute Entscheidungen zu treffen und die eigene Karriere passend zu gestalten.

Was ist Metakognition?

Du möchtest dich auf einen neuen Job bewerben und denkst darüber nach, wie du das Unternehmen am besten von deinen Fähigkeiten überzeugst, wie du dein Anschreiben formulierst und was du im Vergleich zu deiner letzten Bewerbung verbessern kannst?

Bei deinen Überlegungen geht es nicht nur um die Bewerbung an sich, sondern auch darum, dir Gedanken zu deiner Bewerbungsstrategie zu machen und zu reflektieren, welches Vorgehen in Bezug auf deine Bewerbung am meisten Erfolg verspricht. Indem du dein eigenes Denken und Handeln reflektierst, kommst du zu besseren Entscheidungen und kannst den Bewerbungsprozess verbessern.

Wenn wir uns Gedanken zu unseren eigenen Gedanken machen, befinden wir uns im metakognitiven Bereich. Auf einer übergeordneten Ebene, der Metaebene, sind wir uns unseres eigenen Wissens bewusst. Wir setzen uns mit unseren eigenen kognitiven Prozessen wie beispielsweise unseren Gedanken, unserem Wissen, unseren Meinungen, Einstellungen und Entscheidungen auseinander. Im metakognitiven Bereich prüfen wir, ob unsere Erinnerungen, Gedanken, Urteile oder Überzeugungen zuverlässig sind. Und wir sind in der Lage, die eigenen Kognitionen zu kontrollieren.

Der Begriff Metakognition stammt aus Stanford

Der Begriff Metakognition geht auf den emeritierten Professor der Psychologie an der Stanford-Universität John H. Flavell zurück. Flavell unterschied das metakognitive Wissen auf der einen und die metakognitive Überwachung sowie Selbstregulierung auf der anderen Seite. Unter der Begrifflichkeit des metakognitiven Wissens fasst Flavell das personenbezogene, aufgabenbezogene und strategische Wissen sowie metakognitive Empfindungen zusammen.

Wenn du deine Bewerbung zusammenstellst, weißt du, ob es in deinem Leben eine Veränderung gab, die du in deinem Lebenslauf noch aktualisieren musst. Du bist dir also deines personenbezogenen Wissens – in Form deiner Gedanken und deines Gedächtnisses – bewusst. Wenn du weißt, welche Schritte für deine Bewerbung erforderlich sind, z. B. dein Anschreiben in einem Bewerbungssystem hochzuladen, dann greifst du auf dein aufgabenbezogenes Wissen zurück. Mittels deines strategischen Wissens findest du Ideen, wie du deine Bewerbung verbessern kannst, sodass die Erfolgswahrscheinlichkeit steigt. Zu den metakognitiven Empfindungen zählt beispielsweise die Einschätzung, dass es dir schwerfallen wird, dir für das Vorstellungsgespräch die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten eines Unternehmens zu merken.

Die metakognitive Überwachung bzw. Kontrolle sowie Selbstregulierung sorgen dafür, dass du eine Aufgabe entsprechend deines Wissensstandes planen und erledigen kannst und, dass du dir darüber bewusst bist, wie weit du noch von deinem Ziel entfernt bist.

Wie hilft Metakognition beim Lernen und Treffen von Entscheidungen, und was bringt das im Job?

Stelle dir vor, es ist dein erster Tag in einem neuen Unternehmen und du klappst deinen neuen Laptop auf. Auf ihm sind einige neue Programme installiert, mit denen du vorher noch nicht gearbeitet hast. Damit du deinen neuen Job bestmöglich ausführen kannst, möchtest du dich, so schnell es geht, in die Programme einarbeiten. Jetzt kommt deine Metakognition ins Spiel: das Wissen und das Bewusstsein darüber, was du lernen möchtest, wie du das bisher Gelernte kontrollieren und dein weiteres Lernen anpassen kannst.

Du weißt, dass du in der Vergangenheit schon ähnliche Programme genutzt hast. Deshalb ist nicht alles neu für dich. Du machst dich daran, dir die neuen Funktionen zu erarbeiten und hinterher zu kontrollieren, was du bereits gelernt hast und was noch fehlt – du entwickelst eine metakognitive Lernstrategie für die neuen Inhalte.

Nachdem du deine nächsten Lernschritte geplant hast, legst du los und machst die eigentliche Arbeit: das Lernen. Das Lernen an sich und die Art und Weise, wie du dir die Inhalte einprägst, ist deine kognitive Lernstrategie. Hast du das erledigt, kontrollierst du deinen Lernfortschritt anhand deiner vorher festgelegten Lernziele. Kennst du inzwischen alle neuen Programme auf deinem Laptop in- und auswendig? Dann ist dein Lernziel erreicht. Merkst du, dass dir noch Wissen fehlt, regulierst du dein Lernverhalten. Du passt deine metakognitive Lernstrategie an und lernst weiter.

Der Prozess des Planens, Kontrollierens und Regulierens lässt sich auch auf unseren Arbeitsalltag anwenden. Nehmen wir an, in deinem neuen Job prasseln viele Aufgaben gleichzeitig auf dich ein. Wie bewältigst du diese To-do-Flut? Die Antwort: mithilfe deiner Metakognition und Fähigkeit zur Selbstregulierung.

Sofern du bereits Erfahrung in deinem Job gesammelt hast, erlaubt dir deine Metakognition, von vornherein einschätzen und bewerten zu können, wie aufwendig eine Aufgabe ist und was zu tun ist, um sie zu erledigen.

Deine Fähigkeit zur Selbstregulation hilft dir dabei, deine Ressourcen so auf deine Aufgaben zu verteilen, dass du sie zielgerichtet und erfolgreich bewältigen kannst. Sie hilft dir zum Beispiel beim Priorisieren.

Die Metakognition und Selbstregulierung sind die Basis für selbständiges Arbeiten und Organisieren verschiedener Tätigkeiten im Job. Denken wir vorher über unser Handeln nach, können wir bessere Ergebnisse erzielen.

Wie kann ich metakognitive Fähigkeiten fördern?

Die einfache Antwort auf diese Frage lautet: durch Selbstreflexion.

Wenn du den Artikel bis hierhin aufmerksam gelesen hast, dann hat dich die Erklärung zur Metakognition vielleicht an die Definition der Selbstreflexion erinnert. Wenn wir mit einer gewissen Distanz auf uns schauen und uns selbst „von außen“ beobachten, reflektieren wir.

Selbstreflexion gibt uns die Chance, unser eigenes Denken und Handeln zu bewerten und Probleme zu erkennen sowie passende Lösungsstrategien zu finden. Durch das Reflektieren können wir ausmachen, an welchen Stellen wir etwas verändern möchten.

Deine metakognitiven Fähigkeiten förderst du, indem du regelmäßig dich, deine Gedanken, dein Handeln oder deine Situation reflektierst. Wenn du das nächste Mal vor einer Herausforderung stehst, halte inne und überlege, was die beste Vorgehensweise sein könnte.

Du kannst dir zum Beispiel wöchentlich oder monatlich eine bestimmte Zeit in deinem Kalender blocken und dir so eine Routine zur Selbstreflexion schaffen. Stelle dir immer wieder die Fragen, die für dich wichtig sind, um zu überprüfen, ob du dort bist, wo du hin möchtest. Als Orientierung kannst du die folgenden Fragen nutzen:

  • Was will ich wirklich?
  • Was macht mich glücklich?
  • Entspricht meine Entscheidung meinen Werten?
  • Welche Ziele möchte ich erreichen?
  • Zahlt diese Aufgabe auf meine Ziele ein?
  • Was möchte ich verbessern oder verändern?

Du kannst dir dein ganz eigenes Set an Fragen erstellen und für deine Reflexion nutzen. Wenn du möchtest, schreibe dir deine Antworten in einem Journal auf. Je öfter du dich selbst reflektierst, desto geübter wirst du darin, deine metakognitive Fähigkeit gezielt einzusetzen und über dein Denken nachzudenken.

Viele Coaching-Methoden nutzen die Metakognition

Auch Coaching kann dabei helfen, die Metakognition zu schulen. Mithilfe von gezielten Coaching-Methoden, wie zum Beispiel dem „Meta-Mirror“, kann dich ein Coach anleiten, deine Denkprozesse zu reflektieren und zu verbessern, um mögliche Fehler oder Muster im Denken aufzudecken und bessere Entscheidungen zu treffen. Der Meta-Mirror ermöglicht es dem Klienten, seine Gedanken und Handlungen aus einer anderen Perspektive zu betrachten und so ein tieferes Verständnis für sich selbst zu gewinnen.

Ein weiterer Ansatz im Coaching ist die Förderung der Selbstreflexion. Durch gezielte Fragen und Übungen kann der Coach den Klienten dabei unterstützen, seine eigenen Gedanken und Handlungen zu reflektieren und so ein tieferes Verständnis für sich selbst zu gewinnen. So kann der Klient oder die Klientin bessere Entscheidungen treffen und seine Karriere und sein Leben passend gestalten.

Wie kann ich Metakognition im Arbeitsleben anwenden?

Metakognitive Fähigkeiten können dir helfen, gute Entscheidungen zu treffen und deine Karriere passend zu gestalten. Beim Bewerbungsprozess zum Beispiel kannst du deine Gedanken zu deiner Bewerbungsstrategie reflektieren und herausfinden, welches Vorgehen am meisten Erfolg verspricht. Im Joballtag kannst du mithilfe deiner Metakognition und Fähigkeit zur Selbstregulierung deine Ressourcen so auf deine Aufgaben verteilen, dass du sie zielgerichtet und erfolgreich bewältigen kannst. Außerdem kann sie dir helfen, hinderliche Muster hinter dir zu lassen und dein Potenzial voll und ganz zu entfalten.

Fazit – Schlüssel zur Potenzialentfaltung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Metakognition eine essenzielle Fähigkeit ist, um im Beruf und im Leben gute Entscheidungen zu treffen und das eigene Potenzial voll auszuschöpfen. Durch das Reflektieren und Bewusstmachen unserer Gedanken und Handlungen können wir uns besser kennenlernen und unsere Ziele effektiver verfolgen. Ob im Bewerbungsprozess, bei der Steuererklärung oder im Alltag – metakognitive Fähigkeiten helfen uns dabei, unsere Ressourcen zu optimieren und erfolgreich zu sein.

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