jannike Stöhr

Scanner-Persönlichkeit: Erfolgreich im Job und Leben

Jannike Stöhr

Scanner-Persönlichkeit

Hast du eine Scanner-Persönlichkeit? Finde es heraus und lerne deine Fähigkeiten in deinen Job, dein Privatleben und deine Beziehung einzubringen.

Kennst du Marty, das sprechende Zebra aus dem animierten Film „Madagascar“? Marty ist kein gewöhnliches Zebra, sondern ein buntes. Vor seinem Zirkusauftritt stimmt er sich trällernd als das bunte Zebra auf die Show ein und präsentiert sich freudig seinen tierischen Freund*innen statt schwarz-weiß-gestreift mit bunter Perücke und bunten Punkten.

Was ist eine Scanner-Persönlichkeit?

Ob Marty eine Scanner-Persönlichkeit ist, wissen wir nicht. Doch Marty verkörpert und repräsentiert das Bild eines Scanners. Warum? Scanner werden als bunte Zebras bezeichnet, weil sie vielfältige Interessen haben. Man nennt sie auch Schmetterlinge, weil ihnen nachgesagt wird, flatterhaft zu sein. Verwenden wir weniger tierische Vergleiche, nennen wir Scanner-Persönlichkeiten auch Multitalente, Universalisten, Generalisten oder Vielbegabte. Der letzte Begriff trifft es am besten. Denn die Vielbegabung eines Scanners ist eine Art der Hochbegabung. Den Begriff „Scanner“ hat übrigens die Autorin und Coach Barbara Sher Ende der Siebzigerjahre eingeführt. Sher beschäftigte sich intensiv mit Menschen, die aufgrund ihrer vielen Interessen Schwierigkeiten hatten, zum Beispiel einen passenden Beruf zu finden. Bis zu ihrem Lebensende, kurz vor ihrem 85. Geburtstag, war Barbara Sher als Autorin und Coach aktiv. Noch mit 80 Jahren hielt sie einen TED Talk in Prag.

Scanner mögen bunt und flatterhaft erscheinen. Doch sie sind viel mehr als das. Scanner lieben es, Neues zu lernen. Hat ein Thema ihr Interesse geweckt, stürzen sie sich darauf und eignen sich selbständig alles an, was sie hierzu wissen möchten. Haben Scanner ein Thema ihren Ansprüchen genügend durchdrungen, nehmen sie sich das nächste vor. Eintönigkeit ist ihnen ein Graus. Je breiter sie ihr Wissen aufstellen können, desto zufriedener sind sie. Als Spezialist*in in nur ein einziges oder wenige Gebiete eintauchen zu können, ist eine Horrorvorstellung für Vielbegabte. Spezialist*innen, die das Gegenteil zu Scannern darstellen, nannte Barbara Sher Taucher.

Was für Taucher spannend ist, nämlich sich immer tiefer in ein und dasselbe Thema einzuarbeiten, erzeugt bei Scannern großen Druck. Auch wenn sie wollten, können sie sich nicht auf eine einzige Sache festlegen, zum Beispiel auf einen spezialisierten Beruf. Es liegt nicht in ihrer Persönlichkeit, zehn oder zwanzig Jahre lang bei ein und derselben Thematik zu bleiben. Lieber schwimmen Scanner an der Oberfläche und erkunden den Wissensozean in der Breite, als dass sie sich eine Sauerstoffflasche auf den Rücken binden und in die Tiefen eines Themas eintauchen.

Genau darin liegt die Krux für Vielbegabte. Sie sind mit ihrem Kopf bei vielen verschiedenen Projekten. Weil die Vielfalt ihre Neugier befriedigt, starten Scanner oft mehrere Dinge gleichzeitig und scheinen kaum eines zum Abschluss zu bringen. Der Unterschied zwischen Scannern und Tauchern liegt in der Wahrnehmung. Für Scanner geht es nicht darum, etwas abzuschließen. Es geht ihnen um den Prozess und darum, sich mit einem Thema zu beschäftigen und sich Wissen dazu anzueignen. Scanner entscheiden selbst, an welchem Punkt ein Thema von ihnen ausreichend verstanden ist und sie das nächste angehen.

“Wir Scanner bringen ganz viel zu Ende.
Unser Ende ist nur ein ganz anderes als bei Nicht-Scannern.“

Emotionscoachin Annette Bauer über „Scanner-Persönlichkeiten“

Haben Scanner viel Raum, um ihre Vielbegabung auszuleben, und werden sie nicht auf eine oder wenige Dinge beschränkt, fühlen sie sich am wohlsten. Übrigens: Wer vielbegabt ist, muss nicht zwangsläufig auch hochbegabt oder hochsensibel sein. Die Kombinationen aus Vielbegabung und Hochbegabung sowie Vielbegabung und Hochsensibilität können aber vorkommen. Es ist auch möglich, dass man alle drei Persönlichkeitseigenschaften in sich vereint.

Bist du eine Scanner-Persönlichkeit? Mach den Test!

Auch wenn es den Begriff der Scanner-Persönlichkeit inzwischen 40 Jahre lang gibt, wissen einige vielbegabte Menschen nicht, dass es eine Erklärung für ihre bunte Persönlichkeit gibt. Stattdessen leiden sie, weil sie sich falsch fühlen unter all den Nicht-Scannern, von denen sie umgeben sind. Finde heraus, ob du eine Scanner-Persönlichkeit bist, und mache den Test. Je öfter du den folgenden Aussagen zustimmst, desto wahrscheinlicher ist es, dass du vielbegabt bist.

  1. Schon als Kind war ich sehr neugierig und wissbegierig.
  2. Auch heute kann ich mich schnell für neue Themen begeistern und mich eigenständig in sie einarbeiten.
  3. Mich interessieren viele unterschiedliche Themen gleichermaßen, die keinen Zusammenhang haben, zum Beispiel Töpfern, Philosophie und Krypto-Währungen.
  4. Statt eine Disziplin bis ins Kleinste meistern zu wollen, lebe ich lieber meine vielen Talente aus.
  5. Ich verfüge über ein breites Wissen aus verschiedenen Feldern und habe damit ein sehr gutes Allgemeinwissen.
  6. Auf Veränderungen reagiere ich flexibel. Mir fällt es leicht, mich an geänderte Umstände anzupassen.
  7. Aus meinen kreativen Adern fließen ständig neue Ideen.
  8. Mir macht es mehr Spaß, neue Projekte zu kreieren, statt vorhandene zu Ende zu bringen.
  9. Am liebsten befasse ich mich mit immer wieder neuen Themen, erkunde diese und lerne, bis ich das Gefühl habe, sie ausreichend durchdrungen zu haben.
  10. Beschäftige ich mich zu lange mit einem Thema oder zu vielen Details, langweilt es mich.
  11. Die Vorstellung ein und dieselbe Sache lange Zeit zu wiederholen, zum Beispiel einen spezialisierten Beruf zehn Jahre lang ausüben zu müssen, ist eine Horrorvorstellung für mich.
  12. Mein breites Wissen erlaubt es mir, Verbindungen und Zusammenhänge schnell zu erkennen.
  13. Mir fällt es leicht, Lösungen für Probleme aller Art zu finden.
  14. Mich für nur eine Sache entscheiden zu müssen, fällt mir schwer. Ich beschäftige mich lieber mit verschiedenen Dingen gleichzeitig.
  15. Mir fehlt die Motivation, Projekte abzuschließen, wenn sie für mich uninteressant geworden sind.
  16. Starre Regeln und Strukturen zwängen mich in ein Korsett, das Druck in mir erzeugt.
  17. Ich liebe es, eigenständig zu arbeiten und mich individuell entfalten zu können.

Als Scanner erfolgreich im Job und glücklich im Leben

Als Universalgelehrter war man in der Renaissance-Ära hoch angesehen. In der heutigen Gesellschaft gelten jedoch Spezialist*innen und Expert*innen als Maßstab. Kein Wunder, dass Vielbegabten oft vorgeworfen wird, wankelmütig, sprung- und flatterhaft oder unbeständig zu sein. Unter all den Tauchern können sich Scanner-Persönlichkeiten schnell fehl am Platz fühlen. Sie zweifeln an sich, und nicht selten leidet ihr Selbstwertgefühl unter diesen Vorwürfen. Insbesondere bei der Berufswahl haben sie Schwierigkeiten, sich festzulegen. Sollen sie sich für ein Studium oder einen Ausbildungsberuf entscheiden, geraten Scanner ins Schwitzen.

Später im Job erzeugen Vielbegabte bei ihren Taucher-Kolleg*innen oft den Eindruck, unstrukturiert und nicht durchsetzungsfähig zu sein, weil sie mit den starren Rahmenbedingungen nicht zurechtkommen. Scanner nehmen sich zu viel auf einmal vor und drohen dann Gefahr, sich zu überarbeiten. Setzen Vielbegabte ihre Stärken jedoch gezielt ein, können sie sowohl im Job als auch im privaten Leben glücklich sein.

Was Scanner-Persönlichkeiten wertvoll macht und was ihnen hilft

Damit Scanner sich im Job wohlfühlen und beste Ergebnisse erzielen, brauchen sie eine agile und flexible Umgebung. Ist diese vorhanden, bringen sie allerhand positive Eigenschaften mit, die jedes Team bereichern. Durch ihre autodidaktische Lern- und Arbeitsweise finden sich Scanner in neuen Themenbereichen, Teams, Jobs und Firmen schnell zurecht. Mithilfe ihrer Kreativität generieren sie Ideen am laufenden Band und finden schnelle Lösungen für Probleme, an denen andere schon länger tüfteln. Weil sie viele Interessen und ein breites Wissen besitzen, sehen Scanner-Persönlichkeiten Chancen und Verknüpfungen, die ihren Kolleg*innen verborgen bleiben. Vielbegabte haben die Fähigkeit, sich selbst für immer neue Themen zu begeistern, und ihre Begeisterungsfähigkeit überträgt sich schnell auf die Menschen um sie herum. Scanner sind belastbar, passen sich gut an Veränderungen an und wollen sich immer weiterentwickeln.

All die Dinge, denen Menschen mit Scanner-Persönlichkeit vorgeworfen werden, haben eine positive Kehrseite. Wenn sich Vielbegabte ihrer Stärken bewusstwerden und ihre Persönlichkeitseigenschaften annehmen, können sie ein erfülltes Leben führen, auch im Job. Es beginnt bereits bei der Berufswahl. Berufe, die viele Möglichkeiten offenlassen und Abwechslung bieten, sind besser geeignet, beispielsweise Berufe in den Medien und der Werbung, in Kunst und Design. Auch beratende Jobs passen gut zu ihnen. Ebenfalls eine gute berufliche Option für Scanner-Persönlichkeiten: Das Jobportfolio. Warum nur einen Job haben, wenn man seine Bedürfnisse viel besser über zwei Teilzeitjobs abdecken kann oder einen Job in einem Anstellungsverhältnis nachgehen und dabei nebenberuflich selbstständig sein kann?

Sich selbst und die eigenen Projekte organisieren zu können, ist für eine Scanner-Persönlichkeit besonders wichtig. Es kann ihnen helfen, ihre Projekte im Job und ihre Aktivitäten in der Freizeit zu strukturieren, zum Beispiel in einem Kalender. Dabei gilt: lieber ein paar wenige Aktivitäten fest einplanen und verfolgen als zu viele vernachlässigen. Woran man Interesse verliert, wird beendet bzw. im Job anderweitig verteilt, wenn möglich. Sich in Meditation und Dankbarkeit zu üben, kann Scanner dabei unterstützen, im Moment zu bleiben und die Konzentrationsfähigkeit aufzubauen.

Fazit

Scanner sind wunderbare Persönlichkeiten, die viele Stärken mitbringen, von denen die Menschen um sie herum profitieren können. Wichtig ist, dass Vielbegabte ihre Persönlichkeit annehmen und ihre Stärken nutzen. Bei der Auswahl eines Jobs sollten Scanner darauf achten, dass dieser ihren Bedürfnissen gerecht wird. Mit den passenden Rahmenbedingungen blühen Vielbegabte auf und erzielen hervorragende Ergebnisse. Üben sie sich zusätzlich in Achtsamkeit und halsen sich nicht zu viel auf, ist dies die beste Voraussetzung für ein glückliches Scanner-Leben.

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