Job 22 – Concept Artist

Wenn Björn von Fettes Brot davon rappt, dass er ein Mädchen in Hammerbrook liebt (erst digital, dann analog), kann er eigentlich nur von Ariel der Meerjungfrau sprechen, die ich Mensch geworden in meinem Job als Concept Artist bei InnoGames, einer der größten deutschen Computerspiele-Entwicklungsfirmen, antreffe. Mit langem roten Haar, einem Leder-Minirock, einer durchsichtigen schwarzen Bluse und schwarzen Plateau-Stiefeln schüttelt sie mir zur Begrüßung die Hand und stellt sich als Olga vor.  Weiterlesen

Job 21 – Tanzlehrerin

Job 21 – Tanzlehrerin

In Wien, der Stadt des Walzers, teste ich in dieser Woche den Beruf der Tanzlehrerin. Ganz umsonst bekomme ich noch einen zweiten Job dazu: Fitnesstrainerin. Diese Woche wird also anstrengend. Ob ich tanzen kann? Nö. Was aber nicht heißt, dass ich es nicht gern tue. Am liebsten allerdings, wenn niemand zusieht und die Musik bis zum Anschlag aufgedreht ist. Meine Leidenschaft für heimliches Tanzen endete für mich übrigens schon einmal um halb eins nachts in der Notaufnahme.  Weiterlesen

Job 20 – Tierpräparatorin

Job 20 – Tierpräparatorin

Stell dir vor, Angela Merkel ruft bei dir an und fragt, ob du morgen Zeit hast, um auf einen Kaffee bei ihr vorbeizukommen. Was antwortest du?

Es gibt Einladungen, die schlägt man nicht aus. So geht es mir, als sich Miriam vom Naturhistorischen Museum in Wien bei mir meldet und mir ein Praktikum anbietet. Das NHM gilt als eines der bedeutendsten Naturmuseen der Welt und fragt mich, ob ich vorbei kommen möchte. Na klar, ich bin begeistert! Bis ich lese, um welchen Job es sich handelt. Tierpräparatorin. Wie widerlich. Weiterlesen

Job 19 – Programm-Managerin Entwicklungszusammenarbeit

Job 19 – Programm-Managerin Entwicklungszusammenarbeit

Dass Wissen Macht ist, wusste ich schon. Wie weh Wissen aber auch tun kann, lerne ich in dieser Woche. Mal angenommen: Ich lebe in einer glücklichen Beziehung mit meinem Freund. Er ist die Person, die mich ergänzt, mit der ich gemeinsam lachen kann und die mir ungefragt Wein nachschenkt, wenn ich denke, dass es ruhig noch ein Schlückchen sein dürfte. Wären da nicht immer wieder die Lippenstiftflecken auf seinem Hemdkragen. Das Frauenparfum, das in seinen Haaren hängt, wenn er nach vielen Überstunden geschafft nach Hause kommt und „einfach nur noch schlafen will“. Die Rechnungen für Hotelaufenthalte, die aus seiner Aktentasche herauslugen. Mühe, die Zeichen zu verstecken, macht er sich keine. Ich nehme ein Stück Gallseife und rubbele an dem Fleck auf seinem Hemd herum. War da was? Die Rechnungen schiebe ich mit den Fingerspitzen wieder zurück in die Tasche. Ich habe nichts gesehen. Ich liege noch länger wach. Mein Magen krampft. Sollte ich doch genauer hinsehen? Ihn fragen und mit meinen Vermutungen konfrontieren? Muss ich mich trennen, falls ich Recht habe? Die Wohnung auflösen, die Möbel aufteilen? Einsam sterben? Weiterlesen

Job 18 – Texterin

Job 18 – Texterin

Ballindamm, Hausnummer 9. Hamburg. Mit der Binnenalster im Rücken starre ich auf eine Glastür, hinter der sich eine seltsame Dunkelheit auftut. Die Tür geht auf, ein Mann kommt heraus. Ich erhasche einen Blick auf schwache Lichter, die sich auf Hüfthöhe zu befinden scheinen. Die Tür, die mich in die erste Liga der Marketing-Welt führen soll, fällt wieder zu. Ich klingele, der Türsummer antwortet. Ich trete ein und folge einem dunklen Gang rechtsherum in Richtung einer schwachen Lichtquelle. Weiterlesen

Job 17 – Pathologin

Job 17 – Pathologin

Mein Herz hüpft, wenn ich hier so sitze und mir die vergangenen Tage durch den Kopf gehen lassen. Ich bin einfach verzückt, auf welch´ großartige Weise der menschliche Körper funktioniert. Am Mittwochabend kurz vorm Einschlafen spüre ich, wie meine Organe im Bauchraum in Richtung Matratze rutschen, als ich mich auf die Seite drehe, spüre, wie meine Lunge arbeitet und meinen Brustkorb hebt und wieder senkt. Ich lebe. Und mein Körper funktioniert. Und die Organe – alle gehören mir. Ich schlafe mit einem Lächeln auf dem Gesicht ein und in dieser Nacht so gut wie lange nicht mehr. Weiterlesen

Job 16 – Architektin

Job Nummer 16 beginnt bereits am Sonntagabend. Von Architektin Kristina und ihrem Mann Tom werde ich zum Abendessen in ihre brandneue Berliner Wohnung eingeladen. Nach einer japanisch angehauchten Vorspeise aus Gurken, Champignons und Sesam gibt es selbstgemachte Lasagne. Nicht nur das Essen hat hier Stil. Die Wohnung, die Einrichtung, die Frisuren und die Kleidung. Alle Einzelteile ergänzen sich wie in einem Mobile und sind wunderschön anzusehen.  Weiterlesen

Job 15 – Karriereberaterin

Am Sonntag geht es für mich nach vier freien Wochen auf zu meinem 15. Job in die Berliner Niederlassung der bundesweit tätigen Karriereberatung von Rundstedt. Nachdem ich mit meiner Familie der Gesundheit zu Liebe ab Neujahr eine vegane Zeit eingelegt und zusätzlich auf Weizenmehl und Zucker verzichtet hatte, führt mich mein erster Weg zur Tanke. Auf meinem Bon stehen Sprit, Mettbrötchen und Schokolade. Ich kann ihn dieses Jahr bei meiner Steuererklärung einreichen. Es hat sich durch mein Projekt nämlich eine kleine Einnahmequelle aufgetan. Aber das erzähle ich euch ein anderes Mal. Jetzt heißt es für mich erst einmal „auf nach Berlin und zu Tante Conni“! Weiterlesen

Das war´s!

Das war´s!

Im Endjahres-Blues befindlich zieht auch an mir das Jahr 2014 noch einmal vorbei. Was war, was ist und was kommen mag – ihr kennt das in den letzten Tagen eines Jahres.

2014 war für mich das Jahr der großen Gefühle. Sowohl richtige Höhen als auch richtige Tiefen waren dabei. Das erste Halbjahr verbrachte ich im Schatten einer schweren Zeit und dem Verlust eines mir sehr nahestehenden Menschen. In einem der Bücher, die ich in dieser Zeit über das Leben und Sterben las, hieß es sinngemäß „Menschen sterben, weil sie geboren werden “. Den Tod als Teil des Lebens zu akzeptieren fiel mir schwer. Weiterlesen

Job 14 – Videoproduzentin

Job 14 – Videoproduzentin

„Home is where your heart is“ oder auch „where your wifi connects automatically“. Beides trifft für mich irgendwie auf das WHATCHADO Office in Wien zu.

Zu whatchado brachte mich der Zufall. Der Zufall wird ohnehin mit der Zeit zu einem immer besseren Freund. In diesem Fall war es die Frau eines whatchado-Mitarbeiters in Deutschland, die einen Zeitungsartikel über mein Projekt las und den Kontakt herstellte. Aus der anfänglichen Interview-Anfrage wurde schnell ein Praktikumsangebot. Und da bin ich, in einem österreichischen Büro voller schöner X-Men und Avengers. Jedes Haar sitzt. So wie bei Stefan zum Beispiel. Aber dazu später. Weiterlesen